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Karcherbirne

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Gaildorf (Baden-Württemberg)
Seit
1854
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, hochoval
Ernte
Ende September – Mitte Oktober (09E-10C)
Blüte
mittelfrüh
Wikidata
Q1729056

Mostobst Brennobst

Synonyme: Karchenbirne, Kargenbirne

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Karcherbirne ist eine ausgesprochen starkwüchsige Mostbirne, die als triploide Sorte kräftig treibt und im Alter große, breite Kronen bildet; von anderer Seite wird die Krone als hochoval, relativ dicht und mit dünnem Fruchtholz beschrieben, der Baum insgesamt als mächtig und sehr groß. Gesundheitlich gilt sie als robuste Sorte: die Blätter können etwas Schorf zeigen, ansonsten wird sie als wenig krankheitsanfällig geführt, in einer enzyklopädischen Quelle auch als feuerbrandresistent (diese Angabe ist nur dort belegt und nicht durch eine pomologische Primärquelle gestützt). An den Standort stellt sie geringe Ansprüche und bringt auch in rauheren Lagen hohe Erträge; großkronige, gesunde Bäume für den landschaftsprägenden Anbau werden ausdrücklich hervorgehoben. Die Blüte erscheint mittelfrüh, mit rund neun Einzelblüten je Knospe; wegen der Triploidie ist eigener Pollen für Befruchtersorten nur eingeschränkt brauchbar (ausdrückliche Befruchterangaben fehlen in den Quellen). Damit gilt sie als gut geeignet für die extensive Streuobstwiese und den Hochstammanbau; Angaben zu Lebensdauer, zum Einsetzen des Ertrags und zu Alternanz fehlen in den eingesehenen Quellen.

Verwendet wird die Karcherbirne als Most- und Brennbirne, teils auch für Schaumwein. Das Fruchtfleisch ist herb-süß und zeigt deutliche Gerbsäure, nach anderer Beschreibung würzig, saftig, süß, aber zusammenziehend, mit Mostgewichten bis etwa 80 °Oechsle. Als Tafelobst ist die Sorte nicht gedacht. Die Reife fällt auf Ende September bis Mitte Oktober (nach anderer Angabe Ende September bis Anfang Oktober); das Verarbeitungsfenster ist kurz, die Früchte halten nur etwa zwei bis drei Wochen, laufen schnell braun an und werden teigig.

Pomologisch wird die Frucht als kleine bis mittelgroße, kreiselförmige bis rundlich-kugelige Birne von etwa 50–100 g beschrieben, mittelbauchig, im Querschnitt meist oval; der Stielbereich läuft ohne Grube aus, oft mit einem Wulst, der den bis 3 cm langen, dünnen, hellbraunen Stiel verdrückt, dazu eine Rostkappe. Die Kelchgrube ist variabel, mitteltief bis fast eben und etwas berostet, der Kelch offen und eng mit hornig hochstehenden Blättchen. Die Schale ist grün mit markanten, fühlbar aufsitzenden graubraunen Lentizellen; ob sie später gelb aufhellt, wird unterschiedlich angegeben (nach dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks hellt sie nicht auf, nach der BOGL-Beschreibung wird sie später gelb). Das Kernhaus zeigt Steinzellenbildung, die Samen sind mehrheitlich taub. Die Sorte stammt als Zufallssämling aus Gaildorf bei Schwäbisch Hall (Württemberg) und wurde 1854 von Eduard Lucas erstmals als „Kargenbirne“ beschrieben; Löschnig führte sie 1913 als „Karchenbirne“ und leitete den Namen vom „Kragen“ um den Stiel ab, der Wandel zu „Karcherbirne“ ist nicht überliefert. Synonyme sind Kargenbirne, Karchenbirne, verbreitet auch Kragenbirne. Verbreitet ist sie in Altbeständen Süddeutschlands (besonders im Hohenloher Land) und Österreichs; 1999 wurde sie in Baden-Württemberg zur Streuobstsorte des Jahres gewählt, was zu Neupflanzungen führte. Zusätzlich gelangten Bäume der Karcherbirne fälschlich unter dem Namen „Champagner Bratbirne“ in Umlauf; äußerlich ähnlich, aber deutlich gerbstoffärmer ist die „Damenbirne“-AN. Literatur: Lucas 1854 (Kernobstsorten Württembergs, S. 242), Müller 1883, Löschnig 1913 (Die Mostbirnen, Nr. 60), Hartmann, Farbatlas Alte Obstsorten (6. Aufl. 2019, S. 226). Grundlage dieser Beschreibung ist vor allem das Sortenporträt von Jan Bade im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein), ergänzt um die Sortenbeschreibung von BOGL Baden-Württemberg, das Netzwerk Streuobst Filderstadt und Wikipedia.

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Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

In der Literatur

Gesunder, starker Wuchs.

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12468490572 Karcherbirne Pyrus communis 48.72437, 9.13965

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.