Apfel · Malus domestica Archiv ybqzz0t52r ↗ Verlauf
Die Adams Parmäne ist ein Apfel aus Norfolk, erstmals 1800 beschrieben. Der Baum bleibt schwachwüchsig und bildet nur kleine Kronen, was ihn für begrenzte Gärten geeignet macht. Zugleich verlangt die Sorte einen guten, feuchten Boden und gilt als anspruchsvoll im Standort – wer diese Bedingungen nicht bieten kann, wird mit enttäuschenden Erträgen rechnen müssen.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst
Synonyme: Adams' Pearmain, Hanging Pearmain, Matchless, Norfolk Pippin, Norfolk-Pepping, Pearmain d'Adam, Pepping von Norfolk, Spitzenkasseler, Spitzkasseler
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Der Baum wächst anfangs kräftig, später nur noch schwach bis mittelstark und bleibt klein; wegen des schwächeren Wuchses empfiehlt Wikipedia den Zug auf starkwüchsiger Sämlingsunterlage. Nach dem Steckbrief von Streuobst in Bayern entsteht eine mittelgroße, hochkugelige, mitunter pyramidale Krone mit langen Sommertrieben; die hohe Fruchtbarkeit begrenze das Wachstum auf höchstens mittelstark, im Vollertrag wachse der Baum nur noch schwach. Ein regelmäßiger Erhaltungsschnitt soll die Wuchskraft sichern und einer frühen Vergreisung vorbeugen; die Sorte sei für alle Erziehungsformen geeignet, auch für Spaliere und Topfbäume. Der Ertrag setzt früh ein, ist reich und regelmäßig; Alternanz tritt nur nach sehr reichen, ungesteuerten Ernten auf, eine Ausdünnung bald nach der Blüte fördert die Fruchtgröße und verhindert Überbehang. Holz und Baum gelten als frostfest sowie wind- und sturmfest. Als anfällig werden allenfalls Schorf genannt – nach FRUCTUS schwach anfällig, nach Streuobst in Bayern außer in feuchten Tallagen widerstandsfähig –, zudem sind Feuerbrand und Marssonina jeweils schwach anfällig; insgesamt gilt die Sorte als wenig anfällig. Beim Standort gehen die Angaben auseinander: Das Erhalternetzwerk nennt guten, feuchten Boden als Bedingung, Streuobst in Bayern rät von trockenen und mageren Plätzen ab und hält mittlere Höhenlagen mit nährstoffreichen Böden für anbaufähig, FRUCTUS verlangt milde Lagen – während der Pomologen-Verein die Sorte als sehr anspruchslos und auch für trockene Standorte und Höhenlagen anbaubar bezeichnet. Die Blütezeit wird ebenfalls unterschiedlich angegeben: Streuobst in Bayern nennt sie früh bis mittelfrüh, FRUCTUS mittelspät. Die Sorte ist diploid und gilt noch als für Streuobst geeignet.
Das feste Fruchtfleisch schmeckt würzig und ausgewogen, aromatisch süßsäuerlich mit zitronenartiger Würze; die historische niederländische Beschreibung hebt ein eigentümliches, sehr angenehmes Aroma hervor. Die Sorte ist vor allem Tafelapfel, eignet sich nach FRUCTUS aber auch als Koch-, Most- und Dörrapfel; Streuobst in Bayern wertet sie als sehr gute Tafel- und Wirtschaftssorte und hält sie zum Backen und Mosten für geeignet, die alte niederländische Beschreibung empfiehlt sie als erste Klasse fürs Dessert und für die Küche. Pflückreife ist Anfang Oktober, genussreif ab Dezember; im Kühllager hält die Frucht bis März, im kühlen Naturlager mindestens vier Monate, zeigt dabei aber Neigung zum Welken.
Die Frucht ist mittelgroß, hochkegelförmig, zum Kelch gerade zugespitzt und im Querschnitt schwach kantig – Streuobst in Bayern vergleicht die Form mit einer kleinen Goldparmäne. Der dünne, rötlichbraune Stiel tritt weit aus der flachen Stielgrube heraus und wird oft von einem kleinen Fleischwulst zur Seite gedrängt; die Kelchgrube ist flach mit kleinen Falten, der Kelch halboffen bis offen mit hochstehenden, umgeschlagenen Kelchblättern. Die grüngelbe Grundfarbe bleibt meist unter der ziegelroten bis braunroten Deckfarbe verborgen, die mit einer sehr dünnen, kaum sichtbaren, aber deutlich fühlbaren Berostung gemischt ist; die hell umhöften Lentizellen fallen stark auf. Als Verwechsler wird die Groninger Krone genannt, die weniger zugespitzt und eher walzenförmig ist. Die Sorte entstand Anfang des 19. Jahrhunderts in der englischen Grafschaft Norfolk und wurde durch Robert Adams verbreitet; zuerst als Norfolk Pippin eingeführt (nach Wikipedia 1826), später als Adams' Pearmain bekannt, daneben auch Matchless, Hanging Pearmain, Norfolk Russet, Spitzkasseler und Pepping von Norfolk. Nach Oberdieck war sie in Deutschland 1875 noch wenig bekannt, wurde später aber in vielen Pomologien aufgeführt; heute ist sie selten, gilt als stark gefährdet, steht auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen und wird seit 2022 von der Universität Bonn gemeinsam mit der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis wieder vermehrt und ausgepflanzt. Klassische Literaturzeugnisse sind das Illustrierte Handbuch der Obstkunde (Bd. 4, Nr. 339) und Deutschlands Obstsorten. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer), dem FRUCTUS-Sortenblatt, dem Steckbrief von Streuobst in Bayern und der historischen niederländischen Sortenbeschreibung.
Quellen: Adams Parmäne · Adams Parmäne - Fructus · Adams Parmäne - Fructus (FR) · Gefährdete „Adams Parmäne“ soll durch Vermehrung gerettet werden · Adams Parmäne – Wikipedia · Adams Parmäne - Streuobst in Bayern · ADAMS' PEARMAIN – WUR Library, Speccol Fruithof
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Wuchs anfangs kräftig, später schwach bis mittelstark, verlangt guten, feuchten Boden, bildet nur kleine Bäume.
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