obstdoc / Signe Tillisch
Anmelden mit OSM

Signe Tillisch

Apfel · Malus domestica Archiv yzx5cq6ft4 ↗ Verlauf

Wikidata
Q485187

Tafelobst

#lecker

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 0

Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst in der Jugend kräftig und bildet große Kronen, die sich gut verzweigen und später in die Breite gehen – zunächst hoch und pyramidal, dann breitpyramidal bis breitausladend. Er ist langlebig und trägt auch im Alter noch reichlich. Die Blüte erscheint je nach Quelle mittelfrüh bis mittelspät und gilt als robust bzw. witterungsunempfindlich; die Sorte ist ein guter Pollenspender und damit ein brauchbarer Befruchter für andere Apfelsorten. Der Ertrag setzt mittelspät ein und fällt mittelhoch bis hoch und meist regelmäßig aus, neigt aber – besonders nach vorangegangenen hohen Erträgen – zur Alternanz. An den Boden stellt die Sorte Anforderungen: bevorzugt werden feuchte, nährstoffreiche, tiefgründige, gut durchlüftete und warme Lehmböden; auf leichten bzw. schlechten Standorten versagt sie, Anbau nur auf guten Apfelböden. Die Anbaubreite ist dennoch groß, von küstennahen Lagen bis in mittlere Höhenlagen; in höheren Lagen gelingt sie nur auf guten Standorten. Deutlichster Schwachpunkt ist die Gesundheit: Früchte und Blätter sind stark schorfanfällig (auch Rindenschorf), wodurch besonders auf schweren Böden Obstbaumkrebs hinzutreten kann; zudem ist die Sorte mehltauanfällig, und große Früchte neigen zu Stippe. Ein freier, luftiger Standort mindert Schorf- und Mehltaubefall. Für Hausgarten und Streuobstwiese ist sie als hocharomatische Tafelsorte genannt, wegen der Anfälligkeiten am ungeeigneten Standort aber nicht allgemein zu empfehlen – allenfalls als Liebhabersorte. Besonders geeignet ist die Buschform; Spalierziehung wird ebenfalls genannt, während eine niederländische Beschreibung von Hoch- und Halbstamm abrät. Veredelt werden kann sie auf schwächeren Unterlagen, nicht jedoch auf Unterlage Typ IX. Nach dem Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (J. Bade) und H.-J. Bannier.

Die Früchte sind ab Mitte bis Ende September pflückreif und vom Baum essbar, bleiben bis etwa November genussfähig. Sie schmecken süß mit milder Säure und sind ausgesprochen aromatisch – in einer Verkostung als leicht würzig mit gutem Süße-Säure-Verhältnis und einer bananenartigen Note beschrieben; das Fleisch bleibt relativ saftig, wird aber rasch etwas mürbe. Die Schale ist zart und sehr druckempfindlich, deshalb ist die Sorte kein guter Lagerapfel: rund ein bis zwei Monate haltbar. Hauptverwendung ist der Tafelapfel, auch als Markt- und Feinkostfrucht; daneben eignet sie sich zum Backen, für Apfelmus und zum Saften sowie als Wirtschaftsapfel. In Dänemark dient sie traditionell als Hauptzutat des dänischen Fruchtbreis.

Pomologisch ist Signe Tillisch eine mittelgroße bis große, flach gebaute, kantige Frucht: fünf deutliche Rippen laufen über die Frucht, dazwischen liegen flache Kanten, sodass der Querschnitt fast zehnkantig wirken kann. Die Schale ist etwas wachsig, in der Grundfarbe grünlich- bis weißlichgelb und sonnenseits mit einem rötlichen Hauch bis hellen Flammen auf höchstens etwa einem Viertel der Frucht überzogen; die Lentizellen fallen durch weißliche Höfe auf. Die Stielgrube ist mitteltief mit strahliger hellolivbrauner Berostung, der dünne Stiel 1–2 cm lang und deutlich filzig; die Kelchgrube zeigt deutliche Höcker und Falten, der Kelch ist halboffen mit langen, hochstehenden Blättern. Das cremefarbene bis grünlich- bzw. gelblichweiße Fleisch ist saftig, feinzellig und aromatisch. Die Sorte entstand 1866 in Bjerre bei Horsens in Jütland (Dänemark) aus Samen und wurde nach der Tochter des Hardesvogts Tillisch benannt; eine zweite Überlieferung schreibt die Aussaat dem Lehnsgrafen Rantzau zu, die Herkunftsgeschichte lässt sich nicht mehr klären. Genetische Untersuchungen weisen Kaiser Alexander × London Pepping als Elternsorten aus. Ab 1884 brachten die Baumschulen der Brüder Mathiesen in Korsør die Sorte in den Handel und verbreiteten sie in Dänemark, Deutschland und Skandinavien; zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte sie zu den beliebtesten Äpfeln Dänemarks und war auch in Norddeutschland verbreitet, wurde später aber von wirtschaftlicheren Sorten verdrängt und gilt als gefährdet, kommt jedoch noch allgemein in Altbeständen und im Angebot spezialisierter Baumschulen vor. Als Literatur werden u. a. Matthiesen (1913), Pedersen (1937), Müller/Bißmann u. a. „Deutschlands Obstsorten“ (1905–1934) und Petzold (1982) genannt.

Quellen: Signe Tillisch – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.J. Bannier) · Signe Tillisch · Signe Tillisch – Fruitteelt (WUR Library, Speccol) · Signe Tillisch – Onze Appels (WUR Library, Speccol) · Signe Tillisch – Landkreis Donau-Ries (LEADER-Projekt Kartierung Nordschwaben) · Signe Tillisch · Signe Tillisch – Wikipedia · Signe Tillisch – Pomiferous

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Sehr #lecker.

Eigene Beobachtungen

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Signe Tillisch 4167.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Apfel 148 Signe Tillisch (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel Signe Tillisch (1).jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel Signe Tillisch (2).jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfelbüte Signe Tillisch.jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Fränkische Schweiz Apfelsorten.JPG
Benreis · CC BY 3.0 · Commons
File:Signe Tillisch on tree, National Fruit Collection (acc. 1927-007).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Signe Tillisch (apple) jm179303.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Signe Tillisch - Gut Wulksfelde.jpg
Bahnmoeller · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Signe Tillisch H Sjöberg.jpg
Henriette Sjöberg (1842–1915) · Public domain · Commons
File:Signe Tillisch jm55201.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Signe Tillisch.jpg
Aron Ambrosiani · CC BY-SA 4.0 · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.