obstdoc / Spätblühender Taffetapfel
Anmelden mit OSM

Spätblühender Taffetapfel

Apfel · Malus domestica Archiv z1g1w9jwxm ↗ Verlauf

Herkunft
Stuttgart-Hohenheim, Württemberg
Seit
1850
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
aufrecht
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Anfang September – Ende September (09A-09E)
Blüte
extrem spät
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Januar (10A-01E)
Wikidata
Q41781700
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst

Synonyme: Ebners Taffetapfel, Taffetapfel

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 0

Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Spätblühende Taffetapfel ist nach H.-J. Bannier ein stark wachsender, sehr gesunder Baum; andere Porträts beschreiben den Wuchs als aufrecht und mittelstark bis stark, mit schöner, gut verzweigter Krone, die jedoch gern Wasserschosse bildet. Er gilt als robust und langlebig, kann sehr alt werden und ist frosthart im Holz (bis −28 °C). Die Neigung zu Schorf und Mehltau ist gering; in Höhenlagen soll der Baum praktisch frei von Krankheiten sein. Die Ansprüche an Boden und Klima sind gering: Die Sorte ist anspruchslos und bis in raue, windige Höhenlagen und Extremlagen anbaufähig; das Steinkauz-Projekt bezeichnet sie für raue, hochliegende Streuobstwiesen sogar als prädestiniert, während Bannier die Streuobst-Eignung als eingeschränkt einstuft. Auffälligstes Merkmal ist die extreme Spätblüte — nach dem Steinkauz-Projekt blüht die Sorte als allerletzte Apfelsorte, laut NaturaDB erst ab Ende Mai — wodurch sie sicher vor Spätfrösten steht. Der Ertrag setzt verzögert ein, fällt dann bei guter Befruchtung hoch und regelmäßig aus; die Fruchtbarkeit wird als hoch beschrieben. Der Baum ist schnittverträglich.

In der Verwertung ist der Spätblühende Taffetapfel vor allem Most- und Wirtschaftsapfel: Bannier führt ihn als reinen Mostapfel (daneben eingeschränkt als Wirtschaftsapfel), das Obstbaummuseum Pfaffenhofen als sehr guten Wirtschaftsapfel, der als Tafelapfel kaum geeignet ist; NaturaDB bewertet die Tafel­eignung als mäßig, Back- und Mosteignung als sehr gut. Geschmacklich ist die Frucht säurebetont: herbsäuerlich mit wenig Aroma, das Fleisch schwach gewürzt mit vorherrschender Säure bei geringem Zuckergehalt; die Verkostung bei Bannier notierte Veilchenaroma und eine etwas zusammenziehende, die vorhandene Süße dominierende Säure, der OGV Mössingen „süßweinig bis leicht säuerlich“. Geerntet wird je nach Quelle von Mitte September (Bannier: 7.–17. September) bis Anfang Oktober; verarbeitet werden die Früchte ab Ende Oktober, vollreif werden sie weich. Zur Lagerfähigkeit widersprechen sich die Quellen: Bannier hält die druckanfällige Frucht für nur etwa zwei Wochen haltbar, nach der historischen Beschreibung und dem Obstbaummuseum reicht die Haltbarkeit bis Dezember bis Anfang Februar, NaturaDB nennt rund vier Monate. Mehrfach wird ein starker Vorerntefruchtfall schon vor der Baumreife beschrieben.

Die Frucht ist klein bis höchstens mittelgroß, meist kugelförmig bis abgestumpft rundlich und gleichmäßig gebaut. Die feine, glatte, leicht fettige Schale ist grünlichgelb bis hellgelb und wird später fast wachsartig weiß; sonnenseits zeigt sich zuweilen ein leichter rötlicher Anflug. Die Schalenpunkte sind sehr fein und bräunlich, der Geruch schwach; der dünne, holzige Stiel misst etwa 12 mm, der Kelch ist klein und geschlossen. Das weiße Fruchtfleisch ist fein, fest bis markig und saftig. Es handelt sich um einen Zufallssämling aus Stuttgart-Hohenheim, eine Lokalsorte Württembergs, die um 1850 aufging, 1860 von Eduard Lucas auf den Markt gebracht und 1861 erstmals beschrieben wurde; als Synonym ist „Ebners Taffetapfel“ überliefert. Vom nah verwandten Weißen Taffetapfel unterscheidet sie sich neben der extrem späten Blüte durch die frühere Reife. 1913/1922 führte sie das Grundblatt des Württembergischen Obstbauvereins unter den empfehlenswertesten und verbreitesten Apfelsorten Württembergs. Die Beschreibung beruht vor allem auf H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), der historischen Beschreibung nach Dr. Lucas sowie den Porträts von „1000 Obstbäume für die Frankenalb“, dem Obstbaummuseum Pfaffenhofen und NaturaDB.

Quellen: Spätblühender Taffetapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein (Sortenporträt H.J. Bannier) · Historische Sortenbeschreibung Spätblühender Taffetapfel nach Dr. Lucas (Scan) · Spätblühender Taffetapfel – Essbarer Naturpark (Sorteninformationen der Deutschen Genbank Obst) · Spätblühender Taffet Apfel – Steinkauz Streuobstwiesen · Spätblühender Taffetapfel – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Apfel 'Spätblühender Taffetapfel' – NaturaDB · Württembergischer Obstbauverein: Grundblatt der empfehlenswertesten und verbreitetsten Apfel- und Birnsorten Württembergs (1913/1922) · Apfel 'Spätblühender Taffetapfel' – Native Plants (Pflanzenversand) · Apfelbaum Spätblühender Taffetapfel – Biobaumversand (Baumschulshop)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#Suchliste

Eigene Beobachtungen

Gilt als der am spätesten blühende Apfel im Bergischen Land.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein