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Luikenapfel

Apfel · Malus domestica Archiv zdqqapd09w ↗ Verlauf

Der Luikenapfel ist ein sehr groß werdender Apfel, der sich vor allem durch Wuchskraft und Langlebigkeit auszeichnet. Der Baum wächst besonders stark und wird sehr alt. Er gilt als anspruchslos sowie als gesund und robust, sodass er auch ohne intensive Pflege gute Bedingungen vorfindet.

Herkunft
Württemberg (Baden-Württemberg), Anbauzentrum um Esslingen/Stuttgart
Seit
1791
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
flachkugelig, lang überhängend (hängend)
Ernte
Mitte September – Anfang Oktober (09C-10A)
Blüte
15.05.-31.05.
Genussreife
Mitte September – Ende Dezember (09C-12E)
Wikidata
Q1697639
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst

#anspruchslos#gesund#langlebig#starkwüchsig

Synonyme: Alte Luiken, Ludwigsapfel, Luige, Luik, Luike, Luiken, Luyke, Luykenapfel, Streifling, Sträumerling

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Luikenapfel treibt sehr stark und entwickelt eine flachkugelige, durch die schlanken Triebe charakteristisch lang überhängende und dichte Krone. Die Bäume werden alt und zählen zu den größten Apfelbäumen Deutschlands, weshalb die Sorte landschaftsprägend wirkt; H. J. Bannier führt sie als typische Streuobstsorte für die Streuobstwiese. Die Blüte erscheint ausgesprochen spät, Mitte bis Ende Mai, und hält lange an, deshalb gilt die Sorte auch für rauere Lagen und Höhenlagen mit Spätfrösten als geeignet. Benötigt werden mittlere bis gute Obstbaulagen und Böden; in feuchtkühlen Lagen und auf schweren Böden wird sie krebsanfällig, außerdem gilt sie als etwas schorfanfällig. Nach FRUCTUS/Agroscope ist sie auch gegen Mehltau mittel anfällig, und Feuerbrand-Triebtestungen ergaben einen mittleren bis hohen Befall; Bannier bewertet den Baum demgegenüber insgesamt als robust und kaum krankheitsanfällig. Der Ertrag setzt erst spät ein, ist dann hoch, aber nicht immer regelmäßig; die ältere Literatur nennt Erträge von 1–2 Tonnen je Baum.

Pflückreif ist die Frucht von Mitte September bis Anfang Oktober, am häufigsten wird Ende September genannt; gelagert lässt sie sich etwa 6 bis 8 Wochen, nach anderer Angabe bis Dezember. Das weiße, unter der Schale fein gerötete Fruchtfleisch ist sehr saftig, feinzellig und schmeckt süßweinig bis mäßig säuerlich-süß, schwach parfümiert und fruchtig angenehm; Banniers Verkostungsnote lautet 3− (Skala 1 = sehr gut), FRUCTUS nennt den Geschmack sauer, ausgeglichen und aromatisch. Die Sorte ist ein klassischer Wirtschafts- und Mostapfel und eignet sich nach übereinstimmender Einschätzung besonders für Most, Saft, Mus und Edelbrand, nach FRUCTUS auch als Koch- und Dörrapfel. Zugleich galt sie als guter Tafelapfel; Slow Food misst ihr bis zu 60 °Öchsle zu und betont, dass alte Bäume kleinere, dafür extrakt- und geschmacksreichere Früchte bringen. In der Ostschweiz ist die Sorte nach FRUCTUS auch unter dem Namen „Kindsköpfler“ bekannt.

Die Früchte sind klein bis mittelgroß (FRUCTUS gibt rund 60 × 70 mm an), flach kegelförmig bis plattrund und öfter ungleichhälftig, mit hellgelber bis weißgelber Grundfarbe und überwiegender roter bis bläulichroter Streifung samt sogenannten Flammen; teils sind sie stark blauviolett bereift. Die Berostung beschränkt sich meist auf die Stielgrube, der Kelch ist klein und geschlossen, das Kernhaus klein, die Kerne klein und kastanienbraun; Engelbrechts historische Beschreibung („Deutschlands Apfelsorten“, Nr. 601 unter den Streiflingen) nennt Reife von Oktober bis Januar und ein weinsäuerlich-saftiges Fleisch. Der Luikenapfel gehört zur Familie der Streiflinge und wird leicht mit Gewürzluiken, Muskatellerluiken, Ginger Luiken und Heslacher Gereutapfel verwechselt; seine zahlreichen ähnlichen Sämlinge, die „Ortsluiken“, wurden vielfach kernwüchsig weitervermehrt, über 100 Typen sind molekulargenetisch bestimmt. Die Sorte stammt aus Württemberg, wurde 1791 als „Luicken“ in der Plattenhardter Ortsbeschreibung und 1795 bei Johann Kaspar Schiller als „Luigen“ erwähnt und geht ihrem Namen nach vermutlich auf die Esslinger Weingärtnerfamilie Luik zurück; Metzger beschrieb sie 1847 ausführlich, als um Stuttgart nach seiner Angabe bereits zwei Drittel aller Obstbäume Luikenäpfel waren, und Eduard Lucas rühmte sie 1854 als guten Tafel- und vortrefflichen Mostapfel. Um 1900 war sie die häufigste Sorte der württembergischen Streuobstwiesen („Wer den Luiken nicht kennt, ist kein Württemberger“), ging dann durch den Niedergang der Mostkultur, die prämienbezahlten Rodungen der 1960er- und 70er-Jahre sowie neuere Züchtungen stark zurück und gilt als gefährdet. 2004 war sie Streuobstsorte des Jahres in Baden-Württemberg, seit 2017 ist sie Arche-Passagier bei Slow Food. Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Sortenportrait des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (H.-Th. Bosch), das Porträt von Slow Food Deutschland, die Infotafel des Luikensortengartens Hemmingen (Pomologen-Verein), den Fructus-Steckbrief sowie H. J. Banniers Kurzbeschreibung beim Bergischen Streuobstwiesenverein.

Quellen: Luikenapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein (H. J. Bannier) · Luiken – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Luikenapfel – Slow Food Deutschland, Arche des Geschmacks · Infotafel Luikensortengarten Hemmingen – Pomologen-Verein · Luikenapfel – FRUCTUS · Luikenapfel – Wikipedia · Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten, Nr. 601 Luikenapfel (Obstsortendatenbank, historischer Text) · Neuer Arche-Passagier: der Luikenapfel aus Württemberg – Pomologen-Verein · Newsletter SEZ 08/2022 – Kompetenzzentrum Obstbau Bavendorf (KOB) · Seekgo – Luikenapfel

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#langlebig #starkwüchsig #anspruchslos #gesund

In der Literatur

Alte Sorte, wird sehr groß, mögliche Quelle für Sämlinge.

Sehr gesund, robust. Typisch Schwäbisch. "gelockt". Wird sehr alt. Sämlingsaussaat scheint sehr gut zu klappen

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus-Luikenapfel.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 2.0 de · Commons
File:Luikenapfel jm55032.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Pom.Mon.Hefte 1857 Auswahl Apfelsorten ökonomische Anpflanzungen.jpg
Unknown author Unknown author · Public domain · Commons
File:Pom.Mon.Hefte 1858 nutzbarste Obstsorten.jpg
Unknown author Unknown author · Public domain · Commons

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