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Palmischbirne

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Böhmen (Herkunft unsicher)
Seit
1598
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
eichenartiger Habitus
Ernte
Anfang September – Mitte September (09A-09C)
Blüte
früh
Wikidata
Q1574214

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst

#Extremlagen#langlebig#starkwüchsig

Synonyme: Bäumschbirne, Böhmische Birne, Mädlesbirne, Schwabenbirne

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Palmischbirne bildet mächtige, sehr große Bäume mit starken Ästen und einem eichenartigen Habitus; sie wird alt und gilt im Streuobstbau als ausgesprochen landschaftsprägend (Slow Food/Arche des Geschmacks, BOGL Baden-Württemberg, Wikipedia). An alten Stämmen treten häufig Auswüchse (Sphaeroplasten) auf, die Rinde junger Zweige ist hell- bis graugelb (Wikipedia nach Hartmann/Fritz). Die Sorte ist anspruchslos gegenüber dem Standort und gedeiht auch auf trockenen Böden; früher wurde sie in Württemberg oft auf trockenen Keuperböden gepflanzt. Sie gilt als wenig krankheitsanfällig und weitgehend bzw. resistent gegenüber Feuerbrand. Der Ertrag setzt früh ein, ist reich und meist regelmäßig. Die Blüte erfolgt früh; Angaben zu Befruchtersorten, Blühgruppe oder Frostempfindlichkeit der Blüte finden sich in den zugänglichen Quellen nicht. Empfohlen wird die Erziehung als Hochstamm, in der Regel veredelt auf der Sämlingsunterlage Kirchensaller Mostbirne; ein Anbau als Halbstamm oder Heister wird ausdrücklich nicht empfohlen (Slow Food nach Walter Hartmann/Eckart Fritz). Für die Mostgewinnung reift die Sorte in frühen Lagen nach Einschätzung des BOGL etwas zu früh, was für eher spätere, kühlere Lagen spricht; konkrete Höhenangaben zur Sorte sind nicht belegt.

Geschmacklich ist die Frucht süßherb und würzig, mit nur wenigen Gerbstoffen und einem Zuckergehalt um 16,5 Prozent (etwa 60–80 Oechsle); sie ist durchaus roh essbar, ihre Bedeutung liegt aber in der Verwertung. Die Palmischbirne gilt als sehr gute Brennbirne und liefert einen kräftig aromatischen Birnenbrand; wegen des hohen Zuckergehalts wird sie viel vermostet, wobei der Palmischbirnenmost gern dem Apfelmost zur geschmacklichen Verfeinerung beigemischt wird. Daneben eignet sie sich zum Einkochen und zum Dörren (Obstringe). Die Reife liegt Anfang bis Mitte September. Lagerfähig ist die Frucht nicht: Das Fleisch wird rasch teigig bis „suppig“. Geerntet wird traditionell durch Auflesen der kleinen Früchte von Hand, möglichst früh am Morgen, weil so Druck- und Faulstellen vermieden werden und die Brennqualität erhalten bleibt – diese Handarbeit ist einer der Gründe für den Rückgang der Sorte.

Die Früchte sind klein (rund 50–60 g) und kreiselförmig, mit langem, dünnem, glänzendem Stiel. Die Schale ist grünlich bis hellgelb, meist fast vollständig von goldenem bis kaffeebraunem Rost überzogen und mit auffallend großen, hellen Lentizellenpunkten besetzt; der große, offene Kelch ist an der Basis verwachsen. Das Fruchtfleisch ist weißgelblich, mittelfest und grobzellig, die Kerne sind mittelgroß und rundlich-oval. Die Herkunft der Sorte ist nicht sicher geklärt; die in obstdoc geführte Angabe „Böhmen“ beruht offenbar auf dem alten Namen. Erstmals beschrieben wurde sie 1598 von Johann Bauhin (1541–1612), Botaniker und Leibarzt Herzog Friedrichs I. von Württemberg, als „Böhmisch Byren“ bzw. „Böhmische Birne zu Boll“. Sie war vor allem in Süddeutschland, insbesondere Württemberg, sowie in Österreich und der Schweiz verbreitet und ist heute selten. Synonyme sind Böhmische Birne, Bäumschbirne, Mädlesbirne und Schwabenbirne, in der Schweiz auch kurz „Palmisch“. 2005 wurde sie vom LOGL Baden-Württemberg zur Streuobstsorte des Jahres gewählt, seit 2018 ist sie Passagier der Slow-Food-Arche des Geschmacks. Literatur: Walter Hartmann/Eckart Fritz, Farbatlas Alte Obstsorten (Ulmer); eine historische Abbildung findet sich bei Gustav Schaal, Äpfel, Birnen, Stein-, Beeren- und Schalenobst (BUND Lemgo). Die Darstellung stützt sich vor allem auf Slow Food Deutschland (nach Hartmann/Fritz), BOGL Baden-Württemberg, FRUCTUS und Wikipedia.

Quellen: Palmischbirne vom Hochstamm – Slow Food Deutschland · Palmischbirne – BOGL Baden-Württemberg · Palmischbirne – Wikipedia · Palmischbirne – FRUCTUS · Palmischbirne – Obstsortendatenbank BUND Lemgo · Birne 'Palmischbirne' – Native Plants Pflanzenversand (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#starkwüchsig #langlebig #Extremlagen

Streuobstsorte des Jahres 2005 in BaWü. Mostbirne. Wird sehr groß. In Baumschulen erhältlich.

In der Literatur

Sehr groß, wenig krankheitsanfällig; wird sehr alt; feuerbrandresistent! Bei guter Pflege deutlich größere Früchte!

hervorragende Most- und Brennbirne mit hohem Zuckergehalt, robuster großkroniger Baum, anspruchslos, auch für trockenere Standorte, feuerbrandresistent

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
467 64wKJhh Streuobstplantage Rommelshard I08 2025 Karte

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OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12474309549 Palmischbirne Pyrus communis 48.72358, 9.13835
13807985820 Palmischbirne 49.30979, 9.60153

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