Apfel · Malus domestica Archiv zkybzz4s0r ↗ Verlauf
Der Pfahlinger ist ein aus Schwaben stammender Apfel, dessen Bäume starkwüchsig und robust sind und regelmäßig reiche Erträge bringen. Die Früchte fallen eher säuerlich aus, was sie für den Frischverzehr nur eingeschränkt geeignet macht, ihnen dafür aber als kräftiger Most und als Backapfel zugutekommt. Damit ist die Sorte auf Verarbeitung hin angelegt, nicht auf milden Tafelgeschmack.
Wirtschaftsobst
Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.
Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.
Der Pfahlinger ist ein wuchsstarker, frostharter Wirtschaftsapfel, der als Regionalsorte eng mit dem bayerischen Schwaben verbunden und an die rauen Lagen des Allgäus angepasst ist. In der Allgäuer Obstsortenkartierung 2009–2013 war er mit 95 nachgewiesenen Bäumen eine der häufigsten Sorten des Untersuchungsgebiets; die Kartierung dokumentierte auch einen rund 80-jährigen, noch tragenden Baum in Mussenhausen (Unterallgäu), der von der Langlebigkeit der Sorte im Streuobst zeugt. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig: Die Sorte gilt als Massenträger mit nur geringer Alternanz und wird als robust beschrieben. Ihr Fortbestand wurde gleichwohl als gefährdet eingestuft, weil sie zeitweise nicht mehr vermehrt wurde; die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zählt sie jedoch zu den regionaltypischen Sorten, die sich für verstärkten Anbau eignen und wieder in Baumschulen vermehrt werden.
Die Früchte reifen spät, die Pflückreife fällt in die Mitte bis Ende Oktober, und als Wintersorte lagern sie bis etwa Januar. Sie schmecken säuerlich und saftig, sind aber wenig aromatisch und daher kein Tafelapfel; ihr Wert liegt in der Verarbeitung als Wirtschaftsapfel. In der Unterallgäuer Kartierung wird die Sorte entsprechend als Wirtschaftssorte geführt – die Kategorie umfasst Saft, Most, Brand, Trockenfrucht, Mus und Küchenverwendung. Durch den hohen Ertrag ist sie ein wirtschaftlicher Masseträger.
Pomologisch handelt es sich um einen spätreifenden, mittelgroßen, grundfarbigen Winterapfel: Grundfarbe gelbgrün, meist ohne Deckfarbe, selten fahlrot überhaucht; das Fruchtfleisch ist gelblich. Typisch ist die hochkegelige Fruchtform mit schmaler Kelchpartie. Die Herkunft der Sorte ist unbekannt; nachgewiesen ist sie bisher ausschließlich im bayerischen Schwaben mit Schwerpunkt im Raum Unterallgäu (Landkreise Unterallgäu und Neu-Ulm), während sie in Nordschwaben nur als Einzelnachweis erschien. Dass zur Geschichte der bewährten Regionalsorte trotz ihrer Bekanntheit nichts überliefert ist, fiel den Kartierern ausdrücklich auf; belegt ist eine regionale Sortenempfehlung von 1926 („Der Wegweiser im Obst- und Gartenbau“). Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf nennt eine Dokumentation der Sorte für die Region bereits um 1770, während die Deutsche Genbank Obst als Ersterwähnung 1929 angibt. Als Synonym ist „Pfarrlinger" belegt; die molekulare Echtheitsprüfung ordnet die Sorte der Gruppe MD_1742 zu (Musternummer MUNQ 3650). Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt im Abschlussbericht der Allgäuer Obstsortenkartierung (Bosch/Vorbeck 2013, LWG) und dem Passport der Deutschen Genbank Obst.
Quellen: Erhaltung und Nutzung alter Kernobstsorten im bayerischen Allgäu und am bayerischen Bodensee – Abschlussbericht (Bosch/Vorbeck 2013) · Was bringt eine Obstsortenkartierung? – LWG-Fachartikel 2012 · Deutsche Genbank Obst – Passport „Pfahlinger" · Streuobstkartierung Unterallgäu – Zwischenbericht · Newsletter 1/2017 – Erfassung alter Apfel- und Birnensorten im nördlichen Schwaben (Landratsamt Aichach-Friedberg) · Pfahlinger – Hof Großlöderich, Notizen · Apfel 'Pfahlinger' – Baumschule Junker
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Neben Schafsnase oder Spitzapfel wird der Pfahlinger auch Pfarrlinger genannt. Die Herkunft dieser starkwüchsigen, robusten und sehr ertragreichen Sorte ist nicht bekannt. Die Früchte sind eher säuerlich, wenig aromatisch aber saftig. Typisch sind die hochkegelige Fruchtform mit schmaler Kelchpartie und die Färbung der Frucht. Die Sorte ist bisher nur im bayerischen Schwaben bekannt und nur vereinzelt anzutreffen. Besonders häufig wurde die Sorte im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen, weshalb hier der Schwerpunkt dieser regionaltypischen Sorte zu verorten ist.