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Hofheimer Glanzrenette

Apfel · Malus domestica Archiv zzd9dntcr8 ↗ Verlauf

Die Hofheimer Glanzrenette ist ein mittelgroßer, flachrunder bis runder Tafelapfel aus Hessen, der vorwiegend süß mit kaum Säure schmeckt und ein renettenartig gewürztes, leicht parfümiertes Aroma besitzt. Geerntet wird er Ende September bis Anfang Oktober, genussreif ist er von Anfang Oktober bis Ende März und damit sehr lange lagerfähig. Der Ertrag setzt früh ein und fällt hoch und regelmäßig aus. Für den Frischverzehr gilt die Sorte als sehr guter Apfel; als Mostapfel ist sie wegen der geringen Säure dagegen zu flach.

Herkunft
Hessen
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
hochgehend, breitrund
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Genussreife
Anfang Oktober – Ende März (10A-03E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst

Synonyme: keine

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst sowohl in der Jugend als auch im Alter mittelstark bis stark und bildet eine hochgehende, breitrunde Krone. Die Äste sind gut verzweigt und gehen lang hinaus. Das Laub ist groß und gesund. Ein gezielter Erziehungsschnitt und ein regelmäßiger Erhaltungsschnitt sind empfehlenswert. Die Sorte ist für alle Baumformen geeignet. Sie bevorzugt leichte bis mittelschwere Lösslehmböden, die durchlässig und ausreichend feucht sind; weitere Standortansprüche sind kaum bekannt. Die Sorte scheint relativ gesund zu wachsen, an ungepflegten Bäumen und auf schlechten Standorten kann jedoch Schorf und Fruchtmonilia auftreten. Der Ertrag setzt relativ früh ein, ist hoch und regelmäßig.

Die mittelgroßen, flachrunden bis runden Früchte sind vorwiegend süß mit kaum Säure und besitzen ein renettenartig gewürztes, leicht parfümiertes Aroma. Die Hofheimer Glanzrenette ist ein sehr guter Tafelapfel für den Frischverzehr und wahrscheinlich auch für die häusliche Verarbeitung geeignet; für die Apfelweinherstellung ist sie aufgrund ihrer geringen Säure weniger zu empfehlen. Die Pflückreife liegt zwischen Ende September und Anfang Oktober, die Genussreife im Herbst und Winter – nach den früheren Angaben von Richard Zorn (1935) von Dezember bis März, wobei Konsistenz und Aroma nach längerer Lagerung deutlich nachlassen.

Die Frucht ist flachrund bis rund, im Querschnitt etwas unregelmäßig, stumpf konisch (parmänenartig) und stielbauchig. Die Schale ist glatt und trocken, später geschmeidig und glänzend, von weißgelber bis hellgelber Grundfarbe, sonnen- und stielseits verwaschen zartrot überzogen, mit zahlreichen hellen und bräunlichen Schalenpunkten, die in der Deckfarbe rot umhöft erscheinen. Vereinzelt können hellbraune Korkwarzen auftreten; die Schale duftet und ist druckfest. Die Stielgrube ist mitteltief bis tief und mäßig weit, mehr oder weniger feinstrahlig grünlichbraun berostet; der Stiel kurz bis mittellang, holzig dick. Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, schüsselförmig; der Kelch groß, halboffen bis offen. Das Kernhaus liegt mittig bis stielnah, die Achsenhöhle ist geschlossen bis leicht geöffnet. Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, mittelfest, etwas mürbe werdend und leicht schaumig.

Die Hofheimer Glanzrenette wurde von dem Hofheimer Obstzüchter und Pomologen Richard Zorn (1860–1945) benannt und in seinem Werk „Apfelsorten“ Band I (1934–39) und Band II (1940–44) beschrieben und abgebildet. Der Überlieferung nach handelt es sich um einen Zufallssämling der Goldparmäne; der Mutterbaum soll am Elektrizitätswerk in Hofheim am Taunus gestanden haben und durch sein schönes Laub und die glänzende Rinde aufgefallen sein. In keinem anderen zeitgenössischen Werk wurde die Sorte beschrieben, und sie geriet in Vergessenheit. Erst in jüngerer Zeit wurde sie an zwei Standorten in Hofheim mit insgesamt fünf etwa 80–90 Jahre alten Altbäumen wiederentdeckt, die von dem Gärtner Josef Reineke gepflanzt worden waren. Reiser wurden geschnitten und die Sorte im Sortengarten Medenbach sowie auf der Richard-Zorn-Wiese bei Hofheim angesiedelt. Die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins kürte sie zur „Hessischen Lokalsorte des Jahres 2021“. Als Verwechslersorten gelten Weilburger, Mensfelder Glanzrenette und Edelborsdorfer.

Nach dem Faltblatt des Pomologen-Vereins (Steffen Kahl, Landesgruppe Hessen, 2021).

Quellen: Faltblatt Hessische Lokalsorte 2021 – Hofheimer Glanzrenette · Archiv – Obstsorte des Jahres (Hofheimer Glanzrenette) · Streuobstsorten des Jahres – Hofheimer Glanzrenette · Natur des Jahres 2021 – Die Hofheimer Glanzrenette (Arbeitsblatt) · Apfelbaum Hofheimer Glanzrenette – Bioland Baumschule Pflanzlust

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-18). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks