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Bittenfelder

Apfel · Malus domestica Archiv qmk3t7719w ↗ Verlauf

Der Bittenfelder ist ein gesunder, selbstfruchtbarer Apfel, der Ende Oktober vom Baum kommt und von diesem Zeitpunkt bis Ende Februar gegessen wird. Er ist diploid und damit als Befruchter für andere Sorten geeignet; außerdem findet er als Unterlage Verwendung. Der Ertrag setzt spät ein, und die Sorte zeigt eine ausgeprägte Alternanz, trägt also in deutlichem Wechsel von reichen und schwachen Jahren.

Herkunft
Bittenfeld, Teilort der Stadt Waiblingen im Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg)
Seit
1800
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
hoch, breit ausladend, locker
Ernte
Mitte Oktober – Mitte November (10C-11C)
Blüte
spät
Genussreife
Ende Oktober – Ende März (10E-03E)
Wikidata
Q773004
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst

#gesund#selbstfruchtbar#unterlage

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
Shs3MC8 Kirchgarten Büßleben Karte

Weitere OSM-Bäume 5

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12468490579 Bittenfelder Malus domestica 48.72341, 9.13972
12474378414 Bittenfelder Malus domestica 48.72369, 9.13844
13910659328 49.40327, 9.54716
2777129654 Bittenfelder Malus domestica 49.08587, 10.05532
4299026033 Bittenfelder 49.13709, 8.61041

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Bittenfelder entwickelt sich zögerlich: die Jugendentwicklung ist verzögert und feintriebig, junge Bäume wachsen zunächst schwach bis mittelstark und bilden erst nach etwa drei Jahren einen richtigen Stamm; mit beginnendem Ertrag lässt der Wuchs vorübergehend weiter nach (Streuobst in Bayern; Wikipedia; H.-Th. Bosch). Danach wird die Sorte starkwüchsig und regenerationsfreudig und baut eine hohe, breit ausladende, lockere Krone mit gut garniertem Seitenholz auf (Fructus; Bosch). Der starke Wuchs im Alter macht einen jährlichen Auslichtungs- und Instandhaltungsschnitt erforderlich, sonst wird die Krone rasch zu dicht (Wikipedia). Die Bäume gelten als besonders robust und langlebig (Streuobst in Bayern; 1000obstbaeume.de). Nach H.J. Bannier ist der Baum sehr gesund gegenüber Schorf, Obstbaumkrebs und Mehltau; Fructus stuft Schorf und Mehltau als schwach anfällig und Feuerbrand als sehr schwach anfällig ein, während Streuobst in Bayern eine nur mittlere Feuerbrandanfälligkeit angibt; auch gegenüber tierischen Schädlingen gilt die Sorte als widerstandsfähig. Holz und Blüte sind frosthart bzw. frostwiderstandsfähig, die Blüte erscheint spät und ist als Pollenspender gut (Streuobst in Bayern; Fructus). Die Sorte ist diploid (Bosch) und nach Wikipedia eine der wenigen selbstfruchtbaren Apfelsorten – deshalb fallen ihre Sämlinge recht einheitlich aus. Der Standortanspruch ist gering, die Sorte breit anbaufähig (Bannier); für qualitativ hochwertige Mostfrüchte braucht sie jedoch warme Lagen (Bosch nach Silbereisen et al.), und wegen der Spätreife taugt sie nicht für raue Lagen (1000obstbaeume.de). Der Ertrag setzt spät ein (Fructus: „es braucht etwas Geduld") und ist ausgeprägt alternierend – Wechsel zwischen recht hohen Ernten und völligem Ertragsausfall, insgesamt unterdurchschnittlich trotz großer Krone (Streuobst in Bayern). Die Früchte hängen sehr fest und lange am Baum, teils noch über den ersten Schneefällen hinaus, und sind sturmfest; vor der Pflückreife Gefallenes fault auffallend langsam (Bannier: „kann spät geschüttelt"; Wikipedia). Als typische Streuobstsorte ist der Bittenfelder für Obstwiesen sehr zu empfehlen, wegen starkem Wuchs und ausgeprägter Alternanz dagegen weniger für Hausgärten (Bannier; Streuobst in Bayern). Zugleich ist er ein bewährter Stammbildner und einer der wichtigsten Samenspender für Sämlingsunterlagen, die bevorzugt für Halb- und Hochstämme verwendet wird und alle Sorten gut annimmt (ProSpecieRara; Fructus; Streuobst in Bayern; Wikipedia).

Geschmacklich dominiert eine kräftige Säure, die den hohen Zuckergehalt der saftigen, festen Frucht überdeckt; nach Bannier liegt der Geschmackswert nur bei 3–4 (Skala 1 = sehr gut). Als Tafelapfel scheidet die Sorte wegen der Säure gepaart mit der geringen Größe meist aus, nach Abbau der Säure ab Mitte Januar ist sie aber als Tafelsorte brauchbar (Wikipedia; Streuobst in Bayern). Ihre eigentliche Stärke ist die Verwertung: Der Bittenfelder zählt zu den besten Mostsorten überhaupt und ergibt einen gehaltvollen, klaren Apfelwein bzw. ausgezeichneten Gär- und Süssmost mit sehr günstigem Zucker-Säure-Verhältnis und langer Haltbarkeit des Getränks; daneben dient er als Wirtschafts- und Kochapfel und ist zum Backen geeignet (Streuobst in Bayern; Fructus; Bannier; Bosch). Geerntet wird je nach Lage ab Mitte/Ende Oktober bis Mitte November, für die beste Ausbildung der Inhaltsstoffe möglichst spät (Bannier: 15.–30.10.; Wikipedia; Bosch). Die Früchte lagern gut vier Monate, ohne zu welken – je nach Quelle bis März (Wikipedia, Fructus, 1000obstbaeume.de) oder bis etwa April (Bosch).

Pomologisch handelt es sich um kleine bis höchstens mittelgroße, um 120 g schwere, flachkugelige bis mittelbauchige, leicht gekantete und teils unebenmäßige Früchte. Die grüngelbe Grundfarbe hellt spät auf und wird zitronengelb; sonnenwärts zeigt sich eine matte orange- bis braunrote, wenig deckende Deckfarbe (nach Fructus fehlt sie hingegen ganz). Charakteristisch sind zahlreiche, fühlbare, teils verkorkte weiße Schalenpunkte, Rostspuren im Kelchgrubenbereich, ein oft langen, mitteldicker, stellenweise fleischig verdickter Stiel, ein kleiner geschlossener bis halboffener Kelch, eine feine Kelchröhre sowie weißes, festes, saftiges Fleisch (Bosch; Streuobst in Bayern; Wikipedia). Zu Verwechslungen kommt es vor allem mit anderen kleineren gelben Mostäpfeln wie Weißer Wintertaffetapfel, Engelsberger und Spätblühender Taffetapfel (Bosch). Die Sorte entstand als Zufallssämling in Bittenfeld, einem Teilort Waiblingens im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis; nach W. Ott (1905) war sie dort schon rund 100 Jahre bekannt, molekulargenetisch ist sie als Tochtersorte des Luikenapfels bestimmt worden (Bosch). Um 1900 noch weitgehend lokal (nach Ott 1903 stand sie auf einem Drittel der Bittenfelder Gemarkung), wurde sie ab den 1950er Jahren überregional bedeutsam als Samenspendersorte für Sämlingsunterlagen und ist heute in Baden-Württemberg weit verbreitet, in der Schweiz dagegen selten (Bosch; Fructus). Ältere Literatur: A. Lang (1903), W. Ott (1905), G. Schaal (1933–35), Silbereisen et al. (1996); die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Sortenporträt von Hans-Thomas Bosch im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt sowie auf H.J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein).

Quellen: Bittenfelder Sämling – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.J. Bannier) · Bittenfelder Sämling – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (obstsortenerhalt.de) · Bittenfelder – FRUCTUS Sortenporträt · Bittenfelder – ProSpecieRara Sortenfinder · Bittenfelder – Wikipedia · Bittenfelder Sämling – Streuobst in Bayern (Steckbrief) · Bittenfelder Sämling – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Bittenfelder Sämling – Obstsortendatenbank (BUND Lemgo) · Bittenfelder Sämling – Essbarer Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft · Apfelbaum Bittenfelder – Biobaumversand/Baumschule Pflanzlust

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#gesund #unterlage #selbstfruchtbar

• diploid • ausgeprägte Säure • Standort: breit anbaufähig durchschnittlicher Ertrag, spät einsetzend, ausgeprägte Alternanz • verfügbar in Baumschulen

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Bittenfelder 4527.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Apfelbaum Bittenfelder1.JPG
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Bigcubefan · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Bittenfelder Sämling (apple) jm179433.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Malus domestica Bittenfelder IP1110001.jpg
Leo Michels · CC0 · Commons
File:Malus-Bittenfelder-Sämling.jpg
unbekannt · CC BY-SA 2.0 de · Commons

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