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Schöner aus Boskoop

Apfel · Malus domestica Archiv 479w7hfsm8 ↗ Verlauf

Der Schöne aus Boskoop ist eine alte Apfelsorte, die 1856 in Boskoop bei Gouda in den Niederlanden bekannt wurde. Geerntet wird sie von Anfang bis Mitte Oktober, genussreif ist sie nach der Lagerung von Ende November bis Ende April und damit sehr lange lagerfähig. Daneben findet die Sorte Verwendung als Unterlage und eignet sich als Stammbildner.

Herkunft
Boskoop bei Gouda, Niederlande
Seit
1856
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
breit, flachkugelig
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Anfang Oktober – Mitte Oktober (10A-10C)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Ende November – Ende April (11E-04E)
Wikidata
Q504565
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst

#stammbildner#unterlage

Synonyme: Belle de Boskoop, Boskop, Reinette de Montfort, Renette von Montfort, Schöner aus Boskop, Schöner von Boskoop

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 5

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
ksamb Bongert Rettershof Karte
021 n3ewf Fischbacher Obstwiese 2/7 2025 Karte
028 u3duy Kalte Berg W-Wiese 4 1986 Karte
HJovGeh Obst-Arboreum Gut Leidenhausen Karte
611 MCXIwvs Streuobstplantage Rommelshard B05 2025 Karte

Weitere OSM-Bäume 33

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
10284438795 Belle de Boskoop Malus domestica 49.65391, 5.77976
10285834980 Belle de Boskoop Malus domestica 49.69819, 5.74987
10286539675 Belle de Boskoop Malus domestica 49.57751, 5.70340
10288165024 Belle de Boskoop Malus domestica 49.58112, 5.69733
10288469452 Belle de Boskoop Malus domestica 49.57857, 5.69726
10289425924 Belle de Boskoop Malus domestica 49.57249, 5.70380
10289891600 Belle de Boskoop Malus domestica 49.75512, 5.81501
10289914379 Belle de Boskoop Malus domestica 49.75550, 5.80642
10289914384 Belle de Boskoop Malus domestica 49.75549, 5.80614
10292150625 Belle de Boskoop Malus domestica 49.69775, 5.76252
10292207280 Belle de Boskoop Malus domestica 49.69855, 5.76272
10292207281 Belle de Boskoop Malus domestica 49.69478, 5.76500
10292207282 Belle de Boskoop Malus domestica 49.69729, 5.76370
10293346275 Belle de Boskoop Malus domestica 49.68301, 5.82569
10293346279 Belle de Boskoop Malus domestica 49.68295, 5.82516
10293346283 Belle de Boskoop Malus domestica 49.68303, 5.82524
10293346284 Belle de Boskoop Malus domestica 49.68303, 5.82513
10436048181 Belle de Boskoop Malus domestica 49.63452, 5.83777
10536624764 Belle de Boskoop Malus domestica 49.63653, 5.83366
10537246034 Belle de Boskoop Malus domestica 49.63287, 5.82965
10691083866 Belle de Boskoop Malus domestica 49.61135, 5.82121
10695858430 Belle de Boskoop Malus domestica 49.60703, 5.81942
10695879043 Belle de Boskoop Malus domestica 49.61211, 5.85306
10695879044 Belle de Boskoop Malus domestica 49.61206, 5.85307
10695879045 Belle de Boskoop Malus domestica 49.61202, 5.85308
10697007486 Belle de Boskoop Malus domestica 49.57974, 5.83173
12382549854 Schöner von Boskoop Malus domestica 52.89138, 9.19593
13154902212 Schöner aus Boskoop Malus domestica 49.77813, 9.99838
13807985807 Schöner von Boskoop 49.30968, 9.60185
8518855640 Belle de Boskoop Malus domestica 50.70376, 7.07311
8518855641 Belle de Boskoop Malus domestica 50.70369, 7.07310
8522280247 Belle de Boskoop Malus domestica 50.70192, 7.07145
8522280248 Belle de Boskoop Malus domestica 50.70184, 7.07149

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Schöner aus Boskoop wächst stark bis sehr stark und wird sehr groß; die Krone ist breit ausladend, eher flachkugelig und locker aufgebaut, ältere Bäume sind meist breiter als hoch. Wuchs und Holz bleiben nach den älteren Beschreibungen bis ins hohe Alter gesund und auch im Alter noch reich tragend. Die große, hellrosa Blüte erscheint je nach Quelle früh bis mittelfrüh (WUR, 1000 Obstbäume für die Frankenalb), mittelfrüh (Obsttafel 1935–1956, KOB Bavendorf) bzw. mittel bis spät (FRUCTUS); sie ist lange anhaltend, aber ausgesprochen frostempfindlich – sowohl gegen Blüten- als auch gegen Holzfrost –, weshalb Spätfrostlagen gemieden werden sollten. Die Sorte ist triploid und damit ein schlechter Pollenspender, der andere Sorten nicht befruchten kann; umgekehrt braucht sie zuverlässige Fremdbefruchter (als Gleichblüher nennt die WUR u. a. Notarisappel, Transparente de Croncels und Groninger Kroon), da ohne Fremdbestäubung ganze Pflanzungen versagen können. Der Ertrag setzt spät ein – Hochstämme auf schweren Böden tragen nach WUR mitunter erst im 15.–20. Jahr –, fällt dann aber hoch aus; FRUCTUS und KOB Bavendorf betonen die deutliche Alternanzneigung, während die GPO Bayern danach meist regelmäßige Ernten beobachtet. An den Standort stellt die Sorte Ansprüche: nahrhafte, nicht zu trockene bzw. schwere Böden, wobei trockene, leichte Böden ungeeignet sind; mäßige Bodenfeuchte wird vertragen, Staunässe und kalte Nassböden nicht. Dafür gedeiht sie noch in rauhen, höheren Lagen (FRUCTUS stuft sie höhenlagentauglich ein, DGO nennt windgeschützte mittlere Höhenlagen). Gesundheitlich ist sie mittelmäßig schorfanfällig – FRUCTUS meldet in jüngerer Zeit einen aggressiven Schorfstamm, der bei nasser Witterung vereinzelt starken Befall verursacht –, ferner anfällig für Stippe, Fleischbräune und lagerbedingte Kernhausfäule; Mehltau wird als mittelanfällig, Feuerbrand hingegen als robust eingeschätzt, die WUR nennt zusätzlich Krebsanfälligkeit, gelegentlich wird die Blutlaus genannt. Beim Schnitt trägt sie am sichersten an langen Zweigen, kurzer Fruchtholzschnitt wird nicht empfohlen und die Krone soll nicht zu dichtästig erzogen werden; ein Sommerschnitt kann den Wuchs etwas bremsen. Für Spalierzucht geeignet, ist sie als Kleinform schwierig: auf Doucin-Unterlagen oft ganz unfruchtbar, nur auf echter Paradies-Unterlage früher und ausreichend fruchtbar; das Umpfropfen älterer Bäume wird dagegen gut vertragen. Als stark wachsende Sorte ist sie für Halb- und Hochstämme im Streuobst (auf geschützten Standorten bzw. geeigneten Böden) und für größere Gärten empfohlen.

Geschmacklich ist die Frucht klar säurebetont: vorwiegend säuerlich bis weinsäuerlich, dabei aromatisch mit kräftigem Renettenaroma und ausreichender Süße; der hohe Vitamin-C-Gehalt wird hervorgehoben. Sie dient zugleich als Tafel- und Wirtschaftsapfel und ist vielseitig verwertbar: Frischverzehr, häusliche Verarbeitung, Dörren und Saften (GPO Bayern), als Koch- und Mostapfel bzw. Spezialmostapfel (FRUCTUS), historisch war sie eine geschätzte, gut transportfähige Markt- und Versandfrucht. Geerntet wird im Oktober, etwa Anfang bis Mitte Oktober; die Früchte dürfen nicht zu früh gepflückt werden, da sie sonst etwas bitter schmecken. Die Genussreife beginnt je nach Quelle ab Ende November bzw. Dezember (einzelne Quellen nennen schon Oktober) und die Früchte halten bis Februar/März, nach älteren Angaben bis April; im Kühllager sind sie bis März lagerbar, im normalen Keller welken sie mit der Zeit und werden bei Überlagerung mürbe.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß (FRUCTUS misst 65 mm Höhe und 78 mm Durchmesser), flachkugelig, teils unregelmäßig und ungleichhälftig gebaut. Grundfarbe gelbgrün bis grünlichgelb, Deckfarbe sonnseits verwaschen karmin- bis ziegelrot, marmoriert und gestreift; die raue, trockene, ledrige Schale ist je nach Typ mehr oder weniger stark berostet. Der holzige, mittellange Stiel steckt in einer engen, berosteten Grube, der meist geschlossene bis halboffene Kelch in tiefer, enger Kelchhöhle. Das gelbliche, zunächst feste, grobzellige und saftige Fleisch wird erst gegen Dezember richtig mürbe; die bräunlichen Kerne sind oft taub – ein Merkmal der Triploidie. Die Sorte wurde 1856 vom niederländischen Pomologen K. J. W. Ottolander in Boskoop bei Gouda aus einem Nebentrieb einer Unterlage gewonnen; vermutlich handelt es sich um eine Mutante der Renette de Montfort, mit der sie nach Oberdieck identisch ist, der sie ab 1863 in Deutschland verbreitete. Es existieren zahlreiche Spielarten und Mutanten (graue, grüne, gelbe und rote Typen wie der Rote Boskoop). Der Schöner aus Boskoop zählt bis heute zu den weit verbreitetsten Apfelsorten Mitteleuropas. Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das FRUCTUS/Agroscope-Sortenblatt, die Porträts von KOB Bavendorf und der GPO Bayern, das Genbank-Passport der Deutschen Genbank Obst sowie auf die historischen Beschreibungen nach Oberdieck (1869) und der Obsttafel 1935–1956.

Quellen: FRUCTUS – Sortenporträt Boskoop · Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee – Schöner aus Boskoop · GPO Bayern – Schöner von Boskoop · Deutsche Genbank Obst – Passport Schöner aus Boskoop · Obstsortendatenbank – Oberdieck-Beschreibung 1869 (PDF) · Obstsortendatenbank – historischer Sortentext (PDF) · Obstsortendatenbank – Obsttafel Nr. 030, Gartenzeitschrift 1935–1956 (PDF) · 1000 Obstbäume für die Frankenalb – Schöner von Boskoop

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#stammbildner #unterlage

Davon hatten wir einige in Radevormwald. Kommt mit dem Klimawandel wohl schlecht zurecht.

In der Literatur

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

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Burkhard Mücke · CC BY 4.0 · Commons
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Red58bill · CC BY 3.0 · Commons
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Burkhard Mücke · CC BY 4.0 · Commons
File:Apfel 140 Schoener Aus Boskoop (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfelhof Franziscus Boskop.JPG
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File:Belle de Boskoop (LA 67A) on tree, National Fruit Collection (acc. 1973-169).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Cross section of Belle de Boskoop (LA 67A), National Fruit Collection (acc. 1973-169).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
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Nadiatalent · CC BY-SA 4.0 · Commons
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File:Blossoming Belle de Boskoop apple tree.JPG
Ingolf Dahl · CC BY-SA 3.0 · Commons
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