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Doppelter Härtling

Apfel · Malus domestica Archiv yp5wyecvw0 ↗ Verlauf

Der Doppelter Härtling ist ein süßer, säurearmer Apfel aus dem Bergischen Land, der seit 1889 bekannt ist. Geerntet wird er von Anfang bis Ende September und nach kurzer Lagerung bis Ende Oktober genossen; roh ist die Frucht bekömmlich, für die Mostbereitung gilt sie als zu flach im Geschmack. Als diploide Sorte befruchtert sie andere Apfelsorten gut und wird für den Anbau als Straßenbaum sowie in Streuobstwiesen empfohlen. Der Ertrag ist hoch, wechselt jedoch zwischen Ertrags- und Ausfalljahren.

Herkunft
Bergisches Land bei Köln
Seit
1889
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
pyramidal mit überhängenden Ästen
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
Anfang September – Ende September (09A-09E)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang September – Ende Oktober (09A-10E)
Wikidata
Q18620537
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst Krautobst

#Apfel#BergischeLokalsorte#straßenbaum#streuobst#süßapfel

Synonyme: Härtling

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
6rwww Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck D18 2023 Karte
099 LZ5K9hG Streuobstplantage Spechtsberg H08 2024 Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Doppelte Härtling wächst mittelstark und bildet mittelgroße bis große, pyramidale Kronen mit außen etwas schirmartig überhängenden Fruchtästen. Er ist relativ robust gegen die Pilzkrankheiten Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs und anspruchslos bezüglich der Bodenverhältnisse. Der Ertrag ist relativ hoch, setzt jedoch alternierend ein – Ertragsjahre wechseln mit Ausfalljahren. Die Blüte erscheint mittelfrüh. Als diploide Sorte ist der Doppelte Härtling ein guter Befruchter für andere Apfelsorten. Von seiner Baumgesundheit her eignet er sich gut für die Anpflanzung in Streuobstwiesen; historisch wurde er auch als Straßenbaum empfohlen.

Die Früchte sind süßlich, ohne Säure und mit geringem Saftgehalt, ohne besonderes Aroma und schmecken – vor allem nach heutigen Maßstäben – bald nach der Ernte fad. Gelagert wird das Fruchtfleisch bald mehlig. Der Doppelte Härtling ist ein klassischer Wirtschaftsapfel und war in erster Linie für die Herstellung von Apfelkraut bestimmt, daneben auch für Most (als Saftmischung). Als Tafelapfel zum Frischverzehr ist er aufgrund der fehlenden Säure eher ungeeignet. Die Pflückreife liegt etwa Mitte September; bis Ende Oktober sollte er verarbeitet sein. Die Lagerfähigkeit beträgt etwa einen Monat.

Die Frucht ist mittelgroß, breit abgerundet kegelförmig oder breitrund, zum Kelch verjüngt. Die Grundfarbe ist bei Pflückreife weißlich bis gelblich grün, bei Genussreife trüb gelb; die Deckfarbe zinnoberrot, dunkelrot bis bräunlich rot, lebhaft getuscht und kurz gestreift. Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, etwas grobzellig und hat einen geringen Saftgehalt. Die Schale ist glatt, öfters uneben, mitteldick, nach Lagerung geschmeidig, auch fettig. Die genaue Herkunft und Entstehungszeit der Sorte sind nicht bekannt, doch war sie bereits Mitte des 19. Jahrhunderts im Bergischen Land weit verbreitet und wurde von Carl Hesselmann 1871 in den Pomologischen Monatsheften beschrieben. Noch bis in die 1950er Jahre gehörte sie zu den häufigsten Hochstamm-Sorten des Bergischen Landes. Mit dem Verschwinden der Apfelkrautfabrikation hat die Sorte ihre Anbaubedeutung weitgehend verloren und ist heute in den Streuobstbeständen nur noch selten zu finden. Sie gilt als stark gefährdet. (nach H.-J. Bannier)

Quellen: Doppelter Härtling – Bergischer Streuobstwiesenverein · Doppelter Härtling – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Doppelter Härtling – Pomologen-Verein Obstsorten-Portal · Doppelter Härtling – Wikipedia · Doppelter Härtling – Alte Obstsorten im Alpenvorland

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Sorte eignet sich aufgrund des Geschmacks aber nur für Apfelsaftmischungen. Guter Befruchter.

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In der Literatur

Allem Anschein nach war die Sorte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts im Bergischen Land weit verbreitet. „Doppelter Härtling ist eine hiesige, vom Landmanne sehr hoch geschätzte Lokalsorte und ein Süßapfel, der hier in grosser Zahl angepflanzt ist und noch immer bedeutend angepflanzt wird, besonders bei den jetzt bei uns begonnenen Bepflanzungen der Strassen und Wege mit Obstbäumen“, schreibt der Volksschullehrer und Pomologe Carl Hesselmann (Witzhelden) 1871 in den „Pomologischen Monatsheften“ (S.174). Der Doppelte Härtling war im Bergischen Land noch bis in die 1950er Jahre allgemein bekannt und weit verbreitet. Robert Barth, Straßenbauinspektor im Bergischen Land, empfiehlt neben anderen Apfelsorten 1949 auch den Doppelten Härtling noch zur Anpflanzung als Straßenbaum (in: „Die Bergische Obstkammer“, 1949, S. 43). Alfred Bartl, Kreisobstbauinspektor im Kreis Solingen, zählt unter den zehn häufigsten Hochstamm-Sorten des Bergischen Landes den Härtling auf (Bartl, „Der Obstbau des Rhein-Wupper-Kreises und in Leverkusen“, 1955, S. 29). Der Doppelte Härtling kann wohl als der bekannteste der vielen Süßapfelsorten gelten, die einst im gesamten Rheinland – vom Rhein-Sieg-Kreis bis hinab zum Niederrhein – verbreitet waren. „Es ist ein ziemlich grosser Wirthschaftsapfel, der hier hauptsächlich, aber auch massenhaft zu der in hiesiger Gegend sehr stark betriebenen Krautfabrikation verwandt wird“ (Hesselmann 1871). „Das sogar in ferne Länder, ja bis Amerika exportierte fein süße Apfelkraut ist größtenteils aus den Früchten dieser Sorte gepresst worden“, ergänzt Hesselmann 1880 (in: „Leitfaden der Obstkultur“, S. 32). Im Bergischen Land gab es noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche solcher Obstverarbeitungsbetriebe, u.a. in Neukirchen, Leichlingen, Burscheid, Witzhelden und Büscherhofen. Nach mündlichen Angaben von Rudi Schörmann, in den 1950er Jahren Obstbauberater im Altkreis Opladen, war die Sorte bei den Juden im Bergischen Land einst auch als Tafelapfel beliebt – ebenso wie die ebenfalls säurearmen Sorten Bäumchensapfel und Neuhauser.

Baum des Doppelten Härtlings wächst mittelstark und bildet mittelgroße bis große, pyramidale Kronen mit außen etwas schirmartig überhängenden Fruchtästen. Er ist relativ robust gegen die Pilzkrankheiten Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs und anspruchslos bezüglich der Bodenverhältnisse. Der Ertrag ist relativ hoch, jedoch alternierend, d.h. Ertragsjahre wechseln mit Ausfalljahren. Die Blüte zeitigt im Frühjahr mittelfrüh. Als diploide Sorte ist er auch ein guter Befruchter für andere Apfelsorten. Das Blatt ist von mittlerer Größe, rundlich-oval, vorn stumpf gespitzt und erscheint mittelgrün bis leicht graugrün. Von seiner Baumgesundheit ist der Doppelte Härtling für die Anpflanzung in Streuobstwiesen gut geeignet

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Engelbrecht 1889 - doppelter Härtling.jpg
Th. Engelbrecht · Public domain · Commons

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