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Gute Luise

Birne · Pyrus communis Archiv h2at7z85m8 ↗ Verlauf

Die Gute Luise stammt aus Avranches in der Normandie und ist seit 1780 bekannt. Ihr gelblich-weißes Fruchtfleisch ist feinzellig, schmelzend und sehr saftig, mit fein würziger Säure; sie eignet sich auch zum Dörren und Einmachen. Geerntet wird von Mitte September bis Anfang Oktober, gegessen nach der Lagerung von Ende September bis Ende Oktober. Der Anbau wird bis in mittlere Höhenlagen um 350 Meter empfohlen. Die Sorte ist schorfanfällig; von einer Neupflanzung wird künftig abgeraten.

Herkunft
Avranches, Normandie (Frankreich)
Seit
1780
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
aufrecht, schlank
Ernte
Mitte September – Anfang Oktober (09C-10A)
Blüte
mittelfrüh bis mittelspät
Genussreife
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Wikidata
Q20730585
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Dörrobst Brennobst

#nicht-mehr-pflanzen#stammbildner

Synonyme: Beurré d'Avranches, Bonne Louise d'Avranches, Bonne de Longueval, Französische Rousselet, Gute Luise von Avranches, Louise-Bonne de Jersey, Prinz von Württemberg, William IV

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
033 rr2ek Kalte Berg W-Wiese Karte
030 VJvpYNB Streuobstplantage Gartenfeld H15 2023 Karte
069 rty5g Weidenhaag E1 1940 Karte

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
13280136512 Gute Luise Pyrus communis 49.78507, 9.98987
2777129640 Gute Luise Pyrus communis 49.08578, 10.05544

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Gute Luise wächst mittelstark bis stark und bildet schlanke, schmal-hohe Kronen mit schräg bis steil aufrecht stehenden Ästen. Sie ist für alle Erziehungsformen geeignet – von Spalier, Spindel und Pyramide über Kordon bis zum Streuobst-Hochstamm. Auf Sämlingsunterlage (Wildling) veredelt ist die Sorte wüchsig und vital; auf Quitte veredelt reagiert sie empfindlich auf schneelosen Frost. Die Gute Luise ist hochgradig schorfanfällig: Sowohl Blätter als auch Früchte werden bei schlecht durchlüfteten Kronen oft bis zur Unkenntlichkeit mit Flecken übersät oder reißen sogar auf. Ansonsten gilt die Sorte als unempfindlich. Sie bevorzugt nährstoffreiche, ausreichend feuchte und kalkarme, wärmere Böden und ist bis in mittlere Höhenlagen (etwa 350 m) anbaufähig. Aufgrund der Schorfanfälligkeit sollten nur windoffene, freistehende Standorte gewählt werden; auf nicht gespritzten Streuobstwiesen wird vom Anbau trotz des hervorragenden Geschmacks eher abgeraten. Die Blütezeit ist mittelfrüh bis mittelspät; die Blüte setzt schon an jungen Bäumen ein. Die Sorte ist diploid; gute Befruchter sind 'Clapps Liebling', 'Conference', 'Köstliche von Charneux' und 'Vereinsdechantsbirne'. Der Ertrag setzt früh ein (ab dem 4. bis 5. Standjahr) und ist hoch, wechselt aber später zwischen sehr hohen und mittelhohen Jahren. Bei anhaltend reicher Fruchtbarkeit lässt das Triebwachstum nach, sodass die Krone nach etlichen Jahren verjüngt werden muss.

Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, vollschmelzend, sehr saftig und harmonisch süßsäuerlich mit ausgeprägtem, sortentypisch hocharomatischem Würzton. Die Gute Luise gilt als eine der besten Herbsttafelbirnen überhaupt. Neben dem Frischverzehr eignet sie sich hervorragend zum Dörren (Delikatessdörrfrucht), für Saft, als Einmachefrucht und für Nasskonserven. Die Pflückreife beginnt Mitte September, die Genussreife erstreckt sich von Ende September bis Ende Oktober; bei −1 °C gelagert sind die Früchte bis Januar haltbar. Sie sollten hartreif kurz vor der Baumreife geerntet werden, da sie bis dahin windfest sind.

Die mittelgroße Frucht (70–90 mm lang, 150–200 g schwer) ist kegel- bis birnenförmig, meist schlank und oft einseitig am Stiel stärker eingezogen. Der kräftige, bis 35 mm lange Stiel wird durch einen Fleischwulst häufig etwas zur Seite gedrängt. Die glatte, leicht glänzende Schale zeigt eine grünlichgelbe Grundfarbe, sonnenseits eine ziegelrote bis braunrote Deckfarbe; bei besonnten Früchten fallen die Lentizellen als auffällige Forellenpunkte auf. Die Sorte wurde um 1778/1780 von einem Monsieur de Longueval in Avranches (Normandie) aus Samen gezogen und zunächst nach seiner Frau Louise als Bonne Louise d'Avranches benannt. Ab etwa 1840 verbreitete sie sich auch in Deutschland und wurde ab dem späten 19. Jahrhundert zur Standardsorte, die auch heute noch in den meisten Baumschulen erhältlich ist. Sie darf nicht mit der älteren 'Wahren Guten Luise' (Louise Bonne, Merlet 1667) verwechselt werden.

Nach Jens Meyer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein) und Wikipedia.

Quellen: Gute Luise · Gute Luise - Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Gute Luise – Wikipedia · Gute Luise – Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft · Gute Luise – Deutsche Genbank Obst (Passport) · Gute Luise – Obstsortendatenbank (BUND Lemgo) · Gute Luise von Avranches – Unsere besten Deutschen Obstsorten (ca. 1930)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#stammbildner

Gering bis mittelstark anfällig gegen Gitterrost.

Ertrag früh beginnend. #nicht-mehr-pflanzen sagt Jan Bade.

In der Literatur

1778 in Avranches/Frankreich aus Samen gezogen, 1796 erstmals für den deutschen Raum beschrieben. Die Frucht ist mittelgroß bis klein, regelmäßig birnenförmig, die Schale ist je nach Reifegrad grün bis gelb, sehr dichte Lentizellen, sonnenseits rötlich. Die Schale ist glatt, bis leicht wachsig, hart. Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist feinzellig, schmelzend und sehr saftig, mit fein würziger Säure. Anerkannte weitverbreitete Tafelbirne mit eigener Geschmacksnote, auch Dörr-und Einmachfrucht. Pflückreife ab Mitte September bis Anfang Oktober, genussreif direkt vom Baum bis Ende Oktober je nach Lager. Früh bis mittelfrüh fruchtend, regelmäßige, hohe Erträge.

Der Baum wächst mittelstark mit hochpyramidaler Krone. Für warme, nicht zu kühle Lagen auf durchschnittlichen Böden.

Andere Quellen meinen, der Baum funktioniere auch in Höhenlagen gut.

Vorteile: reicher Ertrag, Herbstbirne mit spezieller Aromatik Nachteile: anfällig auf Schorf Beschreibung: Auch die Gute Louise ist ein alter Spalierbaum. Da der Schnitt über längere Zeit vernachlässigt wurde, ist der Baum überbaut. Die Früchte hätten das Potenzial zu sehr guter Qualität. Da der Baum aber anfällig ist auf Blatt- und Fruchtschorf, erreichen sie diese meist nicht. Deshalb ist es sehr wichtig, über den Schnitt für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Ich würde die Gute Louise nur für gut durchlüftete Standorte empfehlen, sowie für Leute, die bereit sind, dem Baum eine regelmässige Schnittpflege zukommen zu lassen. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Baum bei uns nicht am idealen Standort steht und aufgrund der lang vernachlässigten Pflege, sein Potential momentan nicht ausschöpfen kann. (Luise Gisler)

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · Wikipedia (de) · eva & adam — Sortensteckbriefe

Bilder aus Wikipedia

File:Peer 'Bonne Louise d'Avranches' (Pyrus communis).jpg
Rasbak · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Deutsche Pomologie - Birnen - 026.jpg
Wilhelm Lauche · Public domain · Commons
File:GuteLuiseP1060716.jpg
Don Manfredo · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Klostergarten Seligenstadt Gute Luise von Avranches Pear.jpg
Alexander Klink · CC BY 4.0 · Commons
File:Leiboom met peren van het soort Louise Bonne d'Arranches, SFA022805542.jpg
B. Reekers · Public domain · Commons
File:Polska pomologja 1921 (88072976).jpg
Kazimierz Brzeziński · Public domain · Commons
File:Guteluise1.poupou.jpg
Poupou l'quourouce · CC BY-SA 2.5 · Commons

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