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Rheinische Speckbirne

Birne · Pyrus communis Archiv hkgpbtwqw8 ↗ Verlauf

Die seit 1799 bekannte, vermutlich aus den Niederlanden stammende Rheinische Speckbirne gilt als sehr vital und wenig krankheitsanfällig; auch das Laub bleibt gesund, was sie im Klimawandel zu einer Zukunftssorte macht. Geerntet wird sie von Anfang bis Ende August, genussreif ist sie von Mitte bis Ende August. Allerdings setzt der Ertrag spät ein, der Wuchs ist sperrig und schwer zu erziehen, und als triploide Sorte taugt sie nicht als Befruchter für andere Birnensorten.

Herkunft
Niederlande (vermutlich)
Seit
1799
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
hochoval, sparrig
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Anfang August – Ende August (08A-08E)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Mitte August – Ende August (08C-08E)
Wikidata
Q140700912
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Kochobst

#gesund#zukunftssorte

Synonyme: Augustbirne Waldhof, Holländische Zuckerbirne, Noord Hollandse Suikerpeer, Noord Holländische Zuckerbirne

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
ZrP11B4 Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck C15 2023 Karte
458 iGJKTyr Streuobstplantage Rommelshard J08 2025 Karte
096 pZWdYyg Streuobstplantage Spechtsberg J05 2024 Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Rheinische Speckbirne wächst sehr stark, kann sehr alt werden und bildet mächtige, hochovale Kronen. Sie ist wenig verzweigungswillig, entwickelt viel kurzes Fruchtholz und wirkt dadurch sparrig; die niederländische Beschreibung nennt den Wuchs sehr aufrecht und das Holz kräftig, und die Sorte wurde dort häufig als Hochstamm angetroffen. Das Laub ist groß, fast rundlich und insgesamt gesund; nach Bannier ist der Baum gegenüber Schorf und anderen Krankheiten sehr robust, nach der niederländischen Beschreibung nicht besonders krankheitsanfällig. Die Standortansprüche sind gering: Die Deutsche Genbank Obst nennt die Sorte auch für leichtere Böden geeignet, die niederländische Beschreibung erlaubt fast alle für Obstbäume geeigneten Böden, und die Baumschule Röhrig schrieb 1955, die Sorte "gedeihe überall, auch da, wo andere Sorten schon versagen". Sie fruktifiziert nicht früh, trägt aber auf späterem Alter regelmäßig und kann dann sehr große Ernten geben; in den 1950er Jahren zählte sie zu den regionalen Sorten, die man als Garanten hoher, regelmäßiger Erträge unter extensiven Anbaubedingungen ansah. Die Blüte erscheint mittelfrüh mit im Mittel 9 Blütenständen je Knospe, nach Bannier im Vergleich zu anderen Birnensorten früh bis mittelfrüh. Als triploide Sorte ist die Rheinische Speckbirne kein guter Befruchter für andere Birnensorten. Wegen ihrer Gesundheit und ihres starken Wachstums gilt sie als für die Streuobstwiese sehr gut geeignet.

Die Ernte setzt je nach Jahreswitterung und Standort Anfang bis Mitte August ein, wobei die Früchte teils sehr ungleichzeitig reifen; Bade gibt die Reifezeit mit Mitte bis Ende August an, die Deutsche Genbank Obst mit August bis September. Die baumreife Frucht ist fest und wird bald weich; sie ist kaum lagerfähig und hält auf dem Lager höchstens etwa fünf Wochen, die Schale bräunt bei Berührung leicht. Das Fruchtfleisch schmeckt süßlich bei geringer Säure, schwach aromatisch und leicht würzig; die niederländische Beschreibung nennt es süß, wenig aromatisch, grob mit Steinzellen ums Kernhaus und bald mehlig werdend, und urteilt über die Qualität: "sehr mäßig". Als Tafelbirne gilt die Sorte nur zweiten Ranges; ihr Hauptwert lag als großfrüchtige Wirtschaftssorte: Die Früchte wurden einst zum Einkochen, als Einmachfrucht, für Birnenkraut und vor allem zum Dörren verwendet — 1942 wurde notiert, sie seien "früher in jedem Haushalt getrocknet" und "zu Buttermilchsuppe" verwendet worden. Die Eignung für Obstbrand ist laut Bannier noch zu prüfen.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, kegel- bis kreiselförmig, sackförmig und etwas plump, kelchbauchig und "steht" auf breit abgeplatteter Kelchseite; die Hälften sind etwas ungleich. Die feinnarbige Schale hellt von grün auf hellweißlich- bis hellgelb auf und hat keine Deckfarbe; markant ist die teils weit in die Frucht laufende, hellbraune Berostung um Stiel und Kelch (Rostkappe), daneben treten Lentizellen deutlich hervor. Der Stiel ist mittellang bis lang (25–50 mm), teils durch einen Fleischwulst schräg gestellt, der Kelch groß und meist offen. Das weißliche Fruchtfleisch ist fest, höchstens halbschmelzend, in Kernhausnähe griesig; die Kerne sind oft taub. In der frühen Reife ist die Sorte nach Bannier unverwechselbar; als Verwechslerin gilt nur die erst im September reifende Doppelte Philippsbirne.

Die Herkunft ist unklar und nach Bade "vermutlich noch offen". Unter dem Namen Noord-Hollandse Suikerpeer wurde die Sorte in den Niederlanden beschrieben (Ursprungsland Niederlande; die Deutsche Genbank Obst datiert die Erwähnung auf 1799), im Rheinland führte sie den Namen Rheinische Speckbirne; beide Namen sind in Pomologien und Baumschulkatalogen zu selten, um die weite Verbreitung im Altbestand zu erklären, und die von Sickler unter "Holländische Zuckerbirne" beschriebene Birne passt nach Bade wahrscheinlich nicht hierzu. Bannier hält es für möglich, dass die Sorte ursprünglich aus Frankreich stammte und Anfang des 19. Jahrhunderts als "Gelbe frühe Sommer-Apothekerbirne" über Adrian Diel auch ins Rheinland gelangte; urkundlich ist der Anbau im Rheinland seit 1842 (Reiserbestellung in Wipperfürth) und 1868 (Schloss Dyck) belegt, 1950 zählte die Sorte zu den zehn empfohlenen Birnen des Kreissortiments Leverkusen und wurde am Großmarkt Bonn angeliefert, Rodungslisten der Landwirtschaftskammer (1970–73) und ein Katalog der Baumschule Röhrig (Arnsberg, 1955) zeigen eine Verbreitung weit über das Rheinland hinaus. Die dokumentierte Bonner Reisermuttergarten-Herkunft ging 2008 durch eine Feuerbrandrodung verloren; danach wurde die Sorte in Südwestfalen (rund 50 Altbäume im Raum Iserlohn, Balve, Halver, Finnentrop) und bei Bad Berleburg wieder aufgefunden, wobei sie dort unter dem Arbeitsnamen "Augustbirne Waldhof" geführt worden war. Mit der in Österreich vorkommenden Speckbirne ist sie nicht identisch. Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft die Sorte als "vom Aussterben bedroht" ein. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von H.-J. Bannier (LVR-Netzwerk Kulturlandschaft – Biologische Stationen Rheinland (Hrsg.): Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!, 2. erw. Auflage, Köln 2017, S. 194–196), auf Jan Bades Porträt der Holländischen Zuckerbirne im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (2024), auf dem Passport der Deutschen Genbank Obst und auf der niederländischen Sortenbeschreibung der Noord-Hollandse Suikerpeer (Wageningen University & Research, Speciale Collecties).

Quellen: Holländische Zuckerbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt Jan Bade, 2024) · Deutsche Genbank Obst – Passport 'Holländische Zuckerbirne' · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · WUR Speciale Collecties (Fruitteelt) – Noord-Hollandse Suikerpeer · OpenStreetMap Node E06 – Pyrus communis 'Rheinische Speckbirne' · OpenStreetMap Node R11 – Pyrus communis 'Rheinische Speckbirne'

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Ernte laut CP mittel bis spät.

Laut HJB eine super Birne.

Da gibt es viele Verwechsler. Identisch mit "Kuhfuß"? "Holländische Zuckerbirne?

Synonyme: Westfälische Glockenbirne, Herrenbirne, Pfundbirne, Kuhfuss Frucht: sehr saftig, weinsäuerlich, kaum herb Genussreif: nur einige Tage nach der Ernte

Baum: sehr #gesund

In der Literatur

Das Fruchtfleisch ist sehr saftig, säuerlich-süß, adstringierend, etwas grobzellig mit sortentypischem Duft;

Der Baum wächst kräftig mit hochpyramidalen Kronen; Feuerbrandanfällig;

Frucht: sehr saftig, weinsäuerlich, kaum herb

Weblinks