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Rheinischer Bohnapfel

Apfel · Malus domestica Archiv 0rjrs75v3g ↗ Verlauf

Der Rheinische Bohnapfel stammt aus dem Neuwieder Becken am Mittelrhein und ist dort seit 1760 nachgewiesen. Er bildet riesige, sehr alt werdende Bäume mit steil wachsender Krone und eignet sich daher gut für Wegepflanzungen; die Früchte hängen sturmfest am Baum. Geerntet wird Ende Oktober bis Anfang November, genussreif ist der Apfel nach Lagerung von Anfang Dezember bis in den Juni hinein. Wegen seiner Größe ist er für kleine Gärten weniger geeignet.

Herkunft
Mittelrhein (Neuwieder Becken)
Seit
1760
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit-kugelig bis pyramidal
Ernte
Ende Oktober – Anfang November (10E-11A)
Blüte
spät
Genussreife
Anfang Dezember – Ende Juni (12A-06E)
Wikidata
Q890833
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst

#langlebig#stammbildner#straßenbaum#unterlage

Synonyme: Anhalter, Bohnapfel, Glöckleapfel, Großer Bohnapfel, Großer Rheinischer Bohnapfel, Jockerle, Rabiner, Salzhäuser, Schafskopfapfel, Strömapfel, Vittaria picta, Weinapfel, Weißer Bohnapfel, Zimmermännle

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 8

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
088 wy3z2 An den Erlen Karte
029 cd2hq Kalte Berg W-Wiese 5 1950 Karte
Kqa4vpJ Obst-Arboreum Gut Leidenhausen Karte
593 FVujZtF Streuobstplantage Rommelshard CC07a 2025 Karte
058 SEfLTQT Streuobstplantage Spechtsberg I03 2024 Karte
116 3I5fGfY Streuobstplantage Spechtsberg E08 2024 Karte
618 byAofz9 Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen D08 1992 Karte
sf27q Karte

Weitere OSM-Bäume 9

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12466982246 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 48.72264, 9.13849
12474378413 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 48.72377, 9.13844
12985551761 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 49.78005, 10.02232
13153790069 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 49.77798, 9.99793
13153790073 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 49.77790, 9.99839
13154902211 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 49.77817, 9.99829
13279735828 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 49.77884, 10.01330
4299026043 Bohnapfel 49.13724, 8.61055
8309386356 Rheinischer Bohnapfel Malus domestica 50.70199, 7.07270

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Rheinische Bohnapfel wächst anfangs eher langsam, später stark und steil aufrecht. Er bildet große, ausladende Bäume mit breit-kugeliger bis pyramidaler Krone; die Leitäste stehen anfangs steil, die Verzweigung ist mitteldicht mit kurzem Fruchtholz. Der Baum kann sehr alt werden und entwickelt großvolumige Kronen. Er gilt insgesamt als gesund und robust – er ist windfest, die Früchte hängen sturmfest am Baum. Lediglich auf schweren, kalten oder nassen Böden besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Obstbaumkrebs. Die Sorte ist triploid und daher ein schlechter Pollenspender; die Blüte setzt spät ein, was sie vor Spätfrösten schützt. An den Boden stellt sie wenig Ansprüche und eignet sich auch für raue und höhere Lagen (keine Nordhänge); sie ist winterfrosthart und gegen Witterungsunbilden wenig empfindlich. Der Ertrag setzt spät ein, steigert sich mit zunehmendem Alter und ist dann stark alternierend – in Tragjahren ein ausgesprochener Massenträger. Der Schnittaufwand ist gering: nach dem Erziehungsschnitt genügt gelegentliches Auslichten, bei älteren Bäumen empfiehlt sich eine zeitweise Verjüngung der Krone. Vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW wird der Rheinische Bohnapfel als Streuobst-Anbausorte empfohlen; er eignet sich historisch auch für Straßen, Felder und Grasgärten.

Der Geschmack ist herb-säuerlich mit deutlich spürbaren Gerbstoffen, wenig Süße und einer weinig-säuerlichen Note; das Fruchtfleisch ist bei der Ernte sehr hart und fest, wird aber im Laufe der Lagerung mürber und saftiger, die Säure mildert sich dann zu einer ausgeglicheneren Säure. Die Sorte ist in erster Linie ein Wirtschafts- und Mostapfel und gilt als einer der besten Aromaträger für die Mosterei; reinsortig ergibt sie einen sehr guten, gerbstoffhaltigen Apfelsaft. Auch zum Brennen, für Kompott, Kraut, zum Backen und Dörren ist sie gut geeignet. Als Tafelapfel taugt sie erst spät im Lager. Die Pflückreife liegt zwischen Mitte Oktober und Anfang November; möglichst spät ernten, die Früchte vertragen auch leichte Fröste am Baum. Die Genussreife beginnt etwa ab Dezember/Januar; im Lager halten sich die Früchte bis in den Juni/Juli (6–7 Monate), ohne stark zu welken.

Die Früchte sind mittelgroß, bei Vollertrag des Baumes eher klein. Ihre Form ist – wie kaum bei einer anderen Sorte – stark wechselnd: von rund-eiförmig über eiförmig bis walzenförmig, manchmal auch kugelig bis flach, mit oft unregelmäßiger Oberfläche. Die Grundfarbe ist grünlich- bis gelbgrün, sonnenseitig mit rötlicher, oft leuchtend roter Deckfarbe, teils marmoriert oder geflammt; die Schale kann netzartig berostet sein. Sie ist glatt, glänzend und fest, die Früchte sind nicht druckempfindlich und gut transportfähig. Der Stiel ist ziemlich lang und mittelstark, der Kelch meist halboffen mit kurzen Kelchblättchen. Der Rheinische Bohnapfel ist ein Zufallssämling, der zwischen 1750 und 1800 im Neuwieder Becken am Mittelrhein entstand. In den 1920er Jahren wurde er zu einer der drei „Reichsobstsorten“ gewählt und war in Deutschland einst sehr verbreitet; auch in Österreich, Böhmen und Mähren wurde er ab dem 19. Jahrhundert angebaut.

Nach H.-J. Bannier / R. Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein), ergänzt durch historische Sortenbeschreibungen (Diel, Illustr. Handbuch der Obstkunde) sowie Angaben der Deutschen Genbank Obst.

Quellen: Rheinischer Bohnapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein · Rheinischer Bohnapfel – Deutsche Genbank Obst (Passport) · Bohnapfel – Wikipedia · Grosser rheinischer Bohnapfel – Obstsortendatenbank (historische Beschreibung) · 611 Großer rheinischer Bohnapfel – Obstsortendatenbank (Illustr. Handbuch) · Rheinischer Bohnapfel – Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft · Bohnapfel – BOGL Baden-Württemberg · Rheinischer Bohnapfel – OGV Erzhausen

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Winterapfel bis Mai lagerfähig. Saft schmeckt auch aus unreifen Äpfel. Ist auch im Bergischen Land sehr verbreitet. Siehe Bergische Lokalsorten.

#langlebig #straßenbaum #unterlage #stammbildner

Der Mautapfel ist sehr ähnlich, gilt aber als Krebsfester.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus-Rh.-Bohnapfel.jpg
unbekannt · CC BY-SA 2.0 de · Commons
File:Apfel 122 Rheinischer Bohnapfel (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Bohnapfel (apple) jm26577.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Deutsche Pomologie - Aepfel - 004.jpg
Wilhelm Lauche · Public domain · Commons
File:Friedrich Zehender - Auswahl Aepfelsorten Tafel I Großer Bohnapfel.png
Emanuel Friedrich Zehender · Public domain · Commons
File:Malus Rheinischer Bohnapfel 4213.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Rheinischer Bohnapfel jm55071.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Rheinischer Bohnapfel.JPG
JörgHSK · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Strýmka na zahradě.jpg
Pohled 111 · CC0 · Commons
File:Apfelsorten Diel-Lucas.jpg
Unknown author Unknown author · Public domain · Commons
File:Cross section of Bohnapfel, National Fruit Collection (acc. 1948-679).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons

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