Apfel · Malus domestica Archiv q4gak5y940 ↗ Verlauf
Der Schöner von Nordhausen, 1850 in Nordhausen aufgekommen, ist ein säurebetonter Apfel mit kräftigem Most und guter Backeignung. Die Ernte fällt auf Anfang bis Ende Oktober, genussreif ist er von November bis April. Die Sorte gilt als guter Pollenbildner und eignet sich für Streuobst und Garten, verlangt jedoch bessere Böden und zeigt Anfälligkeit für Schorf und Mehltau.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Belle de Nordhausen, Hindenburg, Hindenburgapfel, Nordhausen, Schöner aus Nordhausen
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| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 2777129651 | Schöner aus Nordhausen | Malus domestica | 49.08586, 10.05544 |
| 3313235072 | Schöner aus Nordhausen | Malus domestica | 49.06705, 8.48348 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.
Der Baum des 'Schönen von Nordhausen' wächst in der Jugend kräftig und später mittelstark; H.-J. Bannier bezeichnet ihn als starkwachsend, die Sortenbeschreibung von Jan Bade als mittelstark wachsend mit breitkugeliger Krone. Nach der älteren Beschreibung in "Nach der Arbeit" bildet er eine hochkugelige Krone, die unten bald breit ausladend wird, und ist gut für Hochstämme im landwirtschaftlichen Obstbau geeignet; er lässt sich gut zum Umpfropfen älterer Bäume verwenden, als Unterlage kommen Wildling und Splittapfel in Frage, Paradies nur bei guten Entwicklungsmöglichkeiten. Der Leitastschnitt soll lang, der Schnitt des Fruchtholzes kurz erfolgen. Die Sorte gilt insgesamt als gesund und wenig von Schädlingen befallen; Bannier nennt sie sehr robust gegen Obstbaumkrebs, aber etwas anfällig für Schorf und Mehltau und empfiehlt kühle, gut durchlüftete Lagen. Bei Trockenheit tritt Mehltaubefall, geringe Fruchtausbildung und vorzeitiger Fruchtfall auf. Die Sorte verlangt bessere Apfelböden, ist für Grasland weniger geeignet, und in schwerem Boden bleibt die Frucht sauer; für feuchte Lagen ist der Baum ungeeignet, gleichwohl gedeiht er nach Bade auch auf "schlechteren" Standorten noch. Die Blüte beginnt mittelfrüh bis spät und ist wenig empfindlich gegen Nässe und Frost; die Sorte ist ein guter Pollenbildner und damit als Befruchter geeignet, blühgleich sind nach niederländischer Angabe u. a. Jonathan, Cox Orange und Groninger Kroon. Die Fruchtbarkeit setzt früh ein und ist regelmäßig und gut; die niederländische Beschreibung nennt den Baum in jungen Jahren noch nicht überreich tragend, später gut und sehr regelmäßig. Angebaut wird die Sorte für Streuobstwiese und Garten.
Die Frucht ist ein Tafelapfel mit säuerlich-feinaromatischem, angenehm gewürztem und erfrischendem Geschmack; sie wirkt weinsäuerlich, gelegentlich mehr süß, und wird in der Anfangszeit als recht scharf säuerlich, nach Lagerung milder und mit gutem Aroma beschrieben. Bannier bewertet den Geschmack mit 2–3 (1 = sehr gut). Neben der Verwendung als Tafelobst gilt sie als Wirtschaftsapfel und robuste Sorte zum Kochen und Mosten. Pflückreif ist der Apfel im Oktober (Bannier: 12.–26. Oktober), die Genussreife reicht von Dezember bis März, im kühlen Keller von November bis April; die Lagerfähigkeit wird mit vier bis fünf Monaten angegeben, wobei die Frucht bis zum Ende gut im Geschmack bleibt.
Die Frucht ist klein bis mittelgroß bis gut mittelgroß, flachkugelig und breiter als hoch, mit leichten Rippen und Kanten, die vom Kelch bis zur Fruchtmitte ziehen. Die Grundfarbe hellt von hellgrün nach weißlich- bis zitronengelb auf, die Sonnenseite ist trüb orange- bis karminrot verwaschen oder gehaucht, teils mit dunkleren Streifen. Der Kelch steht halboffen bis offen in tiefer, gerippter Einsenkung, in der Kelchgrube finden sich oft Fleischperlen; die Stielgrube ist typisch grobschuppig dunkelbraun berostet und nicht sehr tief, der Stiel etwa 15 mm lang und mittelstark. Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, fest, in der Reife mürbe, saftig und mild süßsäuerlich. Verwechslungsgefahr besteht mit 'Auralia', die den grobschuppigen Rost in der Stielgrube nicht zeigt, sowie mit 'Gelber Edelapfel' und 'Schöner aus Wiltshire'. Die Sorte entstand in Nordhausen südlich des Harzes, nach mehreren Quellen vom Gärtner Kaiser aus Kernen gezogen, vor 1850 bzw. in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts; als Jahr des Handelsbeginns werden 1882 und 1892 genannt, im Jahr 1892 erfolgte die Erstbeschreibung in den Pomologischen Monatsheften. Sie fand rasche Verbreitung, ist in ganz Deutschland und besonders in Mitteldeutschland zu finden, in der Schweiz historisch vor allem im Thurgau, und wurde nach dem Krieg als angeblich neuer Findling unter dem Namen "Hindenburg" verbreitet. Literatur: Pomologische Monatshefte 1892, Deutschlands Obstsorten (Lieferung 20, Nr. 238), Krümmel/Groh/Friedrich: Deutsche Obstsorten (1967), Petzold: Apfelsorten (1982). Beschreibung nach Jan Bade (obstsortenerhalt.de), H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), der Obsttafel Nr. 264 aus "Nach der Arbeit" (BUND Lemgo) sowie WUR-Fruitteelt und ProSpecieRara.
Quellen: Schöner aus Nordhausen – Sortenporträt von Jan Bade, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Schöner von Nordhausen – Bergischer Streuobstwiesenverein (Autor H.-J. Bannier) · Schöner aus Nordhausen – Obsttafel Nr. 264 aus „Nach der Arbeit“ (BUND-Lemgo-Digitalisat) · Schöner aus Nordhausen – Wikipedia · Schöner von Nordhausen – ProSpecieRara Sortenfinder · Schöner aus Nordhausen – Karteikarte der BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank · Schöner von Nordhausen (wurzelnackt) – Arboterra GmbH i. L.
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-31). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein
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