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Weißer Winterglockenapfel

Apfel · Malus domestica Archiv yxj7mk33bm ↗ Verlauf

Der Weiße Winterglockenapfel, seit 1900 im Alten Land und in der Schweiz bekannt, wird Mitte bis Ende Oktober geerntet und ist nach der Lagerung von Anfang Dezember bis Ende April genießbar. Er eignet sich als Brennobst, zum Backen, für Saft und als Edelbrand; mitunter tritt auch Selbstbefruchtung auf. Für Liebhaber eher säuerlicher Äpfel interessant. Der Wuchs gilt als sperrig und schwer zu erziehen: die steile, hochrunde Krone bildet hängende, unten verkahlende Langtriebe, Verzweigungen entstehen meist nur im oberen Triebdrittel. Die Früchte sitzen windfest bis zur Baumreife, fallen dann jedoch ab. Daneben findet die Sorte als Unterlage Verwendung.

Herkunft
Altes Land / Schweiz
Seit
1900
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
schirmartig überhängend
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Mitte Oktober – Ende Oktober (10C-10E)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang Dezember – Ende April (12A-04E)
Wikidata
Q1500088
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#unterlage

Synonyme: Altländer Glockenapfel, Glockenapfel, Pomme Cloche, Schweizer Glockenapfel

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
sTCtl5U Obst-Arboreum Gut Leidenhausen Karte
348 LAjov9U Streuobstplantage Gartenfeld Q12 2025 Karte

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
13807985829 Winterglockenapfel 49.30955, 9.60280
8522280250 Weißer Winterglockenapfel Malus domestica 50.70186, 7.07119

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des Weißen Winterglockenapfels wächst mittelstark, in der Jugend stärker; zunächst steil aufrecht, später hängen die Fruchtäste über, wodurch die Krone schirmartig wirkt. Ohne regelmäßigen Schnitt neigen die Bäume zum Vergreisen und Auskahlen. Insgesamt gilt die Sorte als gesund und vital, lediglich für Fruchtschorf ist sie etwas anfällig, weshalb ein gut durchlüfteter Standort empfohlen wird. In kalten und nassen Lagen sollte sie nicht gepflanzt werden; sie verlangt einen fruchtbaren Boden mit regelmäßiger Wasserführung und eine nicht zu kühle Lage. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein und ist mittelhoch bis hoch, jedoch nicht ganz regelmäßig. Die Blüte ist mittelfrüh, der Glockenapfel ist ein guter Pollenspender und wird in der Befruchterliteratur unter anderem für Alkmene, Berner Rosenapfel, Blenheimer Goldrenette und Großen Rheinischen Bohnapfel als Befruchtersorte genannt. Angebaut werden kann er im Hausgarten, auf Streuobstwiesen und in Plantagen; im Erwerbsobstbau erwies sich gelegentlich als nachteilig, dass sich Früchte wegen der kurzen Stiele gegenseitig wegdrücken.

Geschmacklich ist der Glockenapfel ein säuerlicher Apfel: das feste, relativ weiße Fruchtfleisch ist erfrischend säuerlich mit zitronigem Aroma und nicht sehr saftig. Er ist sowohl Tafelapfel als auch guter Wirtschaftsapfel, besonders zum Backen, wobei das helle Fruchtfleisch kaum bräunt. Die Ernte erfolgt Mitte bis Ende Oktober (etwa 15.–30. Oktober), genussreif wird die Frucht erst nach längerer Lagerung – teils erst ab Januar, wenn die grüne Grundfarbe aufgehellt ist – und bleibt es von Dezember bis April/Mai. Als hervorragender Lagerapfel hält er sich rund sieben Monate und behält seine angenehme Säure und Fruchtqualität auch nach langer Lagerung, schrumpft im späten Frühjahr aber etwas.

Die Frucht ist hochgebaut, glockenförmig, mittelgroß bis groß und oft ungleichmäßig gebaut, mit kräftigen, über die halbe Frucht laufenden Rippen. Die Schale ist grünlichgelb bis gelb, auf der Sonnenseite unterschiedlich, bei guter Besonnung leuchtend rot gefärbt, durch zahlreiche Schalenpunkte und gelegentliche Berostung etwas rau; die Früchte neigen zur Stippigkeit. Als Verwechsler gelten Tulpenapfel und Gelbe Schafsnase (Finkenwerder Herbstprinz, Gelber Bellefleur). Die Herkunft wird in der Literatur teils mit dem Alten Land, teils mit der Schweiz angegeben, die Sorte ist vor 1900 entstanden; Synonyme sind Glockenapfel, Schweizer Glockenapfel, Altländer Glockenapfel und Pomme Cloche. Verbreitet ist sie in ganz Deutschland in Streuobstbeständen und Gärten mit Häufungen im Alten Land und in Süddeutschland sowie relativ häufig in der Schweiz; im Erwerbsobstbau (Altes Land, Bodensee, Schweiz) wurde sie inzwischen weitgehend durch moderne Sorten ersetzt. Beschrieben u. a. bei Kessler, Apfelsorten der Schweiz (1947), Koloc (1965) und im Obstsorten-Atlas von Silbereisen/Götz/Hartmann (1996). Zusammengestellt nach dem Sortenporträt von Carina Pfeffer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein), dem Bergischen Streuobstwiesenverein, dem Obstbaummuseum Pfaffenhofen und der Befruchtertabelle des BUND Lemgo.

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-15). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#unterlage

Bei Rittaler im September 2024 als Hochstamm bestellt. Im März 2025 noch nicht geliefert.

In der Literatur

 Mitunter kommt auch Selbstbefruchtung vor. Zur Erzielung besserer Fruchtqualität ist eine Ausdünnung nach der Blüte empfehlenswert  Fruchtfleisch fast weiß, sehr fest, wenig saftig, angenehm zitronensäuerlich.  Windfest bis zur Baumreife, dann Fruchtfall. Etwa fünf Monate ­lagerfähig, im Kühllager bis Mai, ohne zu welken. Lagerung in Folienbeuteln ist möglich.  Überwiegend für Frischverzehr, aber auch zum Backen, für Saft und als Edelbrand geeignet.  Wechsel zwischen hohen und geringen Erträgen. Bei starkem Behang Neigung zu mehr kleinen Früchten.  Steile, hochrunde Krone mit hängenden, unten verkahlenden Langtrieben. Verzweigungen meist nur im oberen Triebdrittel, durch Schnitt regulierbar. Anfangs starker, im Vollertragsalter noch mittelstarker Wuchs. Nach starkem Behang nicht frostfest im Holz.  Gute Fruchtqualität ist nur in geschützten, warmen Lagen erzielbar. Der Boden soll fruchtbar und ausreichend feucht sein.  ==Gering== für Feuerbrand und Mehltau. Anfällig für Schorf und Krebs. Empfindlich für Kupfer- und Schwefelmittel.  Gute Lagersorte für alle Anbauformen. Für Liebhaber eher säuerlicher Äpfel interessant. Geeignet für den Anbau im Garten und auf Sämling für Streuobst.

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Glockenapfel 4455.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Ailly-le-Haut-Clocher, Apple festival 04 et 05-11-2023 (apples) (68) - Pomme cloche.jpg
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Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel mit Schnitt Glockenapfel (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Cross section of Glockenapfel, National Fruit Collection (acc. 1948-613).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
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joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Unterillertaler · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Genet · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Friedrich Molters · Public domain · Commons
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Flammingo · CC BY-SA 3.0 · Commons

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