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Stuttgarter Geißhirtle

Birne · Pyrus communis Archiv 04vkdtzedr ↗ Verlauf

Das Stuttgarter Geißhirtle ist eine alte Sommerbirne aus der Umgebung Stuttgart, die seit 1807 bekannt ist und Mitte August bis Anfang September geerntet wird. Die meist kleine, in der Form etwas variable Frucht ist als ausgesprochen süße, saftige Sommerbirne mit feiner Säure beschrieben und reift unmittelbar nach der Ernte; sie wird als Tafelbirne sowie für Mus, Kompott und das Dörren genutzt, weshalb sie auch unter dem Synonym Hutzelbirne firmiert. Daneben gilt sie als guter Pollenspender für andere Birnsorten. Gegen den Anbau spricht eine gelegentliche bzw. lagenabhängige Schorfanfälligkeit.

Herkunft
Umgebung Stuttgart (Baden-Württemberg)
Seit
1807
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
pyramidal, hochkronig
Ernte
Mitte August – Anfang September (08C-09A)
Genussreife
Mitte August – Mitte September (08C-09C)
Wikidata
Q2359521
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst

Synonyme: Getherdepäron, Honigbirne, Rousselet de Stuttgart, Stuttgarter Gaishirtle, Stuttgarter Geislehirte, Wahre Stuttgarder Geißhirtenbirne, Zuckerbirne

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
031 385zt Kalte Berg W-Wiese A7 2021 Karte
547 2Qmso56 Streuobstplantage Rommelshard E04 2025 Karte

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
4299026031 Stuttgarter Geißhirtle 49.13706, 8.61022
8309386357 Stuttgarter Gaishirtle Pyrus communis 50.70198, 7.07281

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der Stuttgarter Geißhirtle wächst stark und bildet landschaftsprägende Bäume; die Deutsche Genbank Obst führt den Wuchs dagegen als mittelstark. Der Ertrag setzt früh ein und ist nach Angabe der Genbank regelmäßig. Die Sorte ist für die Erziehung als Hochstamm ebenso wie als Spindel geeignet und wird als frühreifende Sommertafelbirne für den extensiven Streuobstanbau empfohlen. Gegenüber den verschiedenen Krankheitserregern erscheint sie allgemein robust. Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft den Bestand der Sorte als „gefährdet“ ein.

Die Frucht reift je nach Klimalage von Mitte August bis Anfang September und hält sich nicht lange; als Genussreife geben die Quellen August und September an. Das Fleisch ist süß, aromatisch und würzig, halbschmelzend bis schmelzend; die Deutsche Genbank Obst beschreibt es als sehr saftig, mit feinsäuerlicher Würze und zimtartigem Geschmack. Die Sorte dient als Tafel- und Wirtschaftsfrucht. Nachteilig ist die geringe Fruchtgröße, insbesondere bei ungepflegten Altbäumen und bei Massenertrag.

Die meist kleinen, in der Form etwas variablen Früchte sind birnenförmig bis leicht kreiselförmig (die Genbank gibt glocken- bis perlförmig an), mit spät angesetzter, teils nur einseitiger Einschnürung und fast rundem Querschnitt. Der dünne, mindestens teilweise grünliche Stiel ist bis 2 cm lang und wird häufig von einem Fleischwulst zur Seite gedrängt; der Kelch ist offen. Die hellgrüne bis trübgrüne Grundfarbe hellt nur wenig nach Gelb auf; die Deckfarbe ist ein dunkles, kräftiges Rot, das am Baum durch eine typische Bereifung bläulich wirkt – ein für Birnen sehr seltenes Merkmal, sodass die Sorte in ihrem Reifezeitfenster kaum mit anderen zu verwechseln ist. An den Übergängen von Grund- zu Deckfarbe treten Lentizellen als Forellenpunkte auf. Diel beschrieb die Sorte 1807 erstmals ausführlicher; er erhielt die Reiser 1802 vom Pfarrer Breyer, der die Sorte schon seit 30 Jahren kannte, und die Deutsche Genbank Obst nennt eine Erwähnung von 1779. Genaueres zur eigentlichen Herkunft ist nicht zu ermitteln; der Name verweist auf Stuttgart. Heute ist die Sorte wahrscheinlich nur noch in Baden-Württemberg häufiger, taucht aber auch sonst immer wieder in alten Streuobstbeständen in Deutschland auf; als eine der wenigen deutschen Sorten fand sie Aufnahme in französische Pomologien (dort sprachlich angepasst als Rousselet de Stuttgart) und wurde in Schweden unter dem Namen Getherdepäron beschrieben. Historische Sortenverzeichnisse führen sie bei Baumann (Catechismus der Obstbaumzucht, 1855/57) und zählen sie um 1920 zu den empfehlenswerten Obstsorten für den Kreis Oberfranken. Zur Literatur zählen Diel (1807, Heft 12, S. 35), das Illustrierte Handbuch der Obstkunde (1860, Band 2, Nr. 12), Lauches Deutsche Pomologie (1882, Nr. 24), Deutschlands Obstsorten (Lieferung 6, Nr. 63) und Hartmanns Farbatlas Alte Obstsorten (2019, S. 241). Die Darstellung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Jan Bade im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt und dem Passport der Deutschen Genbank Obst.

Quellen: Stuttgarter Geishirtle · Passport / Sorte Stuttgarter Geißhirtle – Deutsche Genbank Obst · Die empfehlenswertesten Obstsorten für den Kreis Oberfranken (Bamberg ca. 1920)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Bildet landschaftsprägende Bäume

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

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File:Gaishirtlesbaum in Böblingen 02.jpg
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