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Verlauf: Doppelter Härtling

Zur Sorte

Fassung 5 · 17.08.2026, 19:21

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Name
Doppelter Härtling
Herkunft
Bergisches Land bei Köln
Seit
1889
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
pyramidal mit überhängenden Ästen
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
09A-09E
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
09A-10E
Wikidata
Q18620537
Verwendung
Krautobst, Mostobst, Wirtschaftsobst
Schlagwörter
#Apfel #BergischeLokalsorte #straßenbaum #streuobst #süßapfel
Namen
Doppelter Härtling (kanonisch)
Härtling (synonym)
Weblinks
https://bergischer-streuobstwiesenverein.de/doppelter-haertling/
https://obstsortenerhalt.de/node/290
https://obstsorten.pomologen-verein.de/obst-art/16646.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelter_H%C3%A4rtling
Notiz
[Doppelter Härtling auf obstdoc](https://obstdoc.foxel.org/sorte/yp5wyecvw0/) Wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Sorte eignet sich aufgrund des Geschmacks aber nur für Apfelsaftmischungen. Guter Befruchter. #Apfel #streuobst #süßapfel #straßenbaum #BergischeLokalsorte
In der Literatur
> Allem Anschein nach war die Sorte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts im Bergischen Land weit verbreitet. „Doppelter Härtling ist eine hiesige, vom Landmanne sehr hoch geschätzte Lokalsorte und ein Süßapfel, der hier in grosser Zahl angepflanzt ist und noch immer bedeutend angepflanzt wird, besonders bei den jetzt bei uns begonnenen Bepflanzungen der Strassen und Wege mit Obstbäumen“, schreibt der Volksschullehrer und Pomologe Carl Hesselmann (Witzhelden) 1871 in den „Pomologischen Monatsheften“ (S.174). Der Doppelte Härtling war im Bergischen Land noch bis in die 1950er Jahre allgemein bekannt und weit verbreitet. Robert Barth, Straßenbauinspektor im Bergischen Land, empfiehlt neben anderen Apfelsorten 1949 auch den Doppelten Härtling noch zur Anpflanzung als Straßenbaum (in: „Die Bergische Obstkammer“, 1949, S. 43). Alfred Bartl, Kreisobstbauinspektor im Kreis Solingen, zählt unter den zehn häufigsten Hochstamm-Sorten des Bergischen Landes den Härtling auf (Bartl, „Der Obstbau des Rhein-Wupper-Kreises und in Leverkusen“, 1955, S. 29). Der Doppelte Härtling kann wohl als der bekannteste der vielen Süßapfelsorten gelten, die einst im gesamten Rheinland – vom Rhein-Sieg-Kreis bis hinab zum Niederrhein – verbreitet waren. „Es ist ein ziemlich grosser Wirthschaftsapfel, der hier hauptsächlich, aber auch massenhaft zu der in hiesiger Gegend sehr stark betriebenen Krautfabrikation verwandt wird“ (Hesselmann 1871). „Das sogar in ferne Länder, ja bis Amerika exportierte fein süße Apfelkraut ist größtenteils aus den Früchten dieser Sorte gepresst worden“, ergänzt Hesselmann 1880 (in: „Leitfaden der Obstkultur“, S. 32). Im Bergischen Land gab es noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche solcher Obstverarbeitungsbetriebe, u.a. in Neukirchen, Leichlingen, Burscheid, Witzhelden und Büscherhofen. Nach mündlichen Angaben von Rudi Schörmann, in den 1950er Jahren Obstbauberater im Altkreis Opladen, war die Sorte bei den Juden im Bergischen Land einst auch als Tafelapfel beliebt – ebenso wie die ebenfalls säurearmen Sorten Bäumchensapfel und Neuhauser. > Baum des Doppelten Härtlings wächst mittelstark und bildet mittelgroße bis große, pyramidale Kronen mit außen etwas schirmartig überhängenden Fruchtästen. Er ist relativ robust gegen die Pilzkrankheiten Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs und anspruchslos bezüglich der Bodenverhältnisse. Der Ertrag ist relativ hoch, jedoch alternierend, d.h. Ertragsjahre wechseln mit Ausfalljahren. Die Blüte zeitigt im Frühjahr mittelfrüh. Als diploide Sorte ist er auch ein guter Befruchter für andere Apfelsorten. Das Blatt ist von mittlerer Größe, rundlich-oval, vorn stumpf gespitzt und erscheint mittelgrün bis leicht graugrün. Von seiner Baumgesundheit ist der Doppelte Härtling für die Anpflanzung in Streuobstwiesen gut geeignet

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