Birne · Pyrus communis Archiv 5k6mzywzf8 ↗ Verlauf
Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst
Synonyme: Rotbirne, Wendelsbirne
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| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| tuGxxsm | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | B17 | 2023 | Karte | |
| 580 | lFaGw2X | Streuobstplantage Rommelshard | H10 | 2025 | Karte |
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Die Juffernbirne wächst anfangs stark, später mittelstark und bildet mit kräftigen, schräg winkelnden Seitenästen eine nur mittelgroße, kugelige bis breitpyramidale Krone ohne dominierenden Mittelstamm; ohne Schnitt neigen die Äste etwas zum Verkahlen. Sie ist eine typische Streuobstsorte, die vor allem durch ihre Baumgesundheit auffällt: Nach Hans-Joachim Bannier stehen die Bäume trotz hohen Alters und mangelnder Pflege sehr gesund — das heutige Vorkommen in der Eifel, besonders um Mechernich, besteht fast ausschließlich aus sehr alten, oft über hundertjährigen Bäumen. Die Sorte ist relativ robust gegen Schorf und Obstbaumkrebs. Sie trägt reich und regelmäßig, nur wenig alternierend; bei ihren hohen Erträgen neigt sie bei fehlendem Schnitt zu Kleinfrüchtigkeit. Die Blüte zeitigt früh und scheint sehr robust gegen Witterungseinflüsse zu sein.
Das Fruchtfleisch ist fest, mäßig saftig, süßlich und mit nur geringem Aroma, die Schale hart und etwas herb. Die Juffernbirne ist in erster Linie eine Wirtschaftsbirne, die vor allem zum Dörren diente; da sie sehr haltbar ist, eignete sie sich dafür nach dem LVR-Steckbrief besonders gut, und in der Eifel wurden die Früchte dazu auf Stellagen bzw. im Steinbackofen gedarrt. Die Pflückreife liegt etwa Anfang bis Mitte Oktober, verwendbar bleiben die Früchte bis in den Dezember (Deutsche Genbank Obst: Erntereife Oktober, Genussreife Oktober bis Dezember); die Frucht ist fest und gut transportfähig. Mit den veränderten Ernährungsgewohnheiten und der heute kaum noch praktizierten häuslichen Obstverarbeitung hat die Sorte ihre Bedeutung verloren; ihre Früchte werden häufig nur noch als Viehfutter genutzt. Ihre Erhaltung könnte nach Bannier vor allem über die Vermarktung von Dörrobstprodukten gesichert werden.
Die Frucht ist klein bis mittelgroß, stumpfkegelförmig, teils birnenförmig, kelchbauchig, zum Kelch hin gerundet und zum Stiel hin verjüngt, meist auf einer Seite schwach seitlich eingezogen und dadurch etwas ungleichhälftig; im Querschnitt fast rund. Sie ist vollständig von einer feinen, olivgrünlichen, später zimtbraunen Berostung überzogen (Deutsche Genbank Obst: Berostung vollständig, Grundfarbe nicht sichtbar); sonnenseitig zeigt sich eine dunkelrote bis braunrote, teils durch die Berostung durchscheinende Deckfarbe auf bis zu drei Vierteln der Frucht, mitunter fehlt sie auch ganz. Die Schalenpunkte sind mittelgroß, hell, auffallend und sehr dicht stehend; die Kelchgrube fehlt ganz (aufsitzender Kelch) oder ist flach, der kurze Stiel (1,5–2 cm) ist mitteldick bis dick, zum Ende verdickt und meist ohne Stielgrube bzw. hinter einem kleinen fleischigen Wulst sitzend. Die Kerne sind lang, dunkelbraun, oft sichelartig asymmetrisch mit einer langen feinen Spitze, teils auch taube Kerne. — Die Herkunft der Sorte ist unbekannt; im Rheinland (Kreise Düren, Euskirchen, Aachen und Ahrweiler) ist sie noch im Streuobst anzutreffen und ist allem Anschein nach identisch mit der im Saarland, insbesondere um St. Wendel, als Rotbirne oder Wendelsbirne bekannten Sorte. Historische Verzeichnisse führen den Namen noch als Synonym des einst überregional verbreiteten Trockenen Martin („Verzeichnis der in der Rheinprovinz für Großcultur empfehlenswerten Obstsorten“ 1890; Goethe, Degenkolb und Mertens 1894 für die „Rotbirn aus St. Wendel“), die heutige Juffernbirne ist hiervon aber allem Anschein nach eine zwar äußerlich sehr ähnliche, eigenständige Sorte. Der mundartliche Name „Juffern“ bedeutet „alte Jungfer“ und meint auch die Eifler Matronen, römische Göttinnen mit vermutlich keltisch-germanischen Wurzeln, die zumeist mit Birnen auf dem Schoß abgebildet wurden; nach Eifeler Sagen bewachten sie als Juffern die Obstwiesen. Nach den LWG-Sortenschildern ist die dort als Rotbirne geführte, sehr alte Sorte unter vielen Namen in Deutschland verbreitet, darunter Jaköbele und Rote Pfalzgräfin. Die Juffernbirne gilt als gefährdete Regionalsorte; Verwechslungsmöglichkeiten sind Gute Graue, Volkmarser Birne, Palmischbirne, Madame Verte, Martinsbirne und Nägelesbirne. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Steckbrief von Hans-Joachim Bannier (LVR „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“, 2010 bzw. 2. Auflage 2017, veröffentlicht im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), ergänzt durch das Passwort der Deutschen Genbank Obst und die LWG-Sortenschilder.
Quellen: Juffernbirne · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Passport Juffernbirne · Sortenschilder 2025: Birnen · Sortenschilder LWG Birne (Spiegel der LWG-PDF)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Scheinbar identisch mit Trockener Martin. #langlebig , mittelstarker Wuchs
Ernte laut CP spät bis sehr spät.
In Koblenz als "Martinsbirne" bekannt, sonst eher in der Nordeifel und im Rheinland verbreitet, gute Dörrbirne.