obstdoc / Doberaner Borsdorfer
Anmelden mit OSM

Doberaner Borsdorfer

Apfel · Malus domestica Archiv qtfyk1ettr ↗ Verlauf

Herkunft
Bad Doberan, Mecklenburg
Seit
1800
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Mitte Oktober (10C-10C)
Genussreife
Anfang November – Ende Januar (11A-01E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Doberaner Borsdorfer Renette

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 0

Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst mittelstark. Er gilt als gesund: Das Porträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt bezeichnet ihn als wenig schorfempfindlich, der Steckbrief des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft als „kaum anfällig für Krankheiten“, das Sortenlexikon des Obsthofs am Steinberg hebt eine hohe Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und Schädlingen hervor. An den Boden stellt die Sorte danach keine besonderen Ansprüche, sehr nährstoffarme und trockene Standorte sollen aber gemieden werden. Für Streuobst hält man sie für geeignet, ein Steckbrief empfiehlt sie als Universalapfel für extensiven Anbau. Der Ertrag setzt mittelspät ein; zur Ertragshöhe widersprechen sich die Quellen: Der Erstverbreiter Finck rühmte die Sorte als Massenträger, der Naturpark-Steckbrief nennt den Ertrag hoch und fast regelmäßig, während die Sortensichtung in Gülzow (Höhne 2012) niedrige Erträge ergab – Jens Meyer kann die Massenträger-Einschätzung ausdrücklich nicht bestätigen.

Pflückreif ist die Frucht Mitte Oktober, genießreif von November bis Januar (einzelne Quellen nennen November bis Februar). Das weißliche Fleisch schmeckt würzig und wohlschmeckend, feinsäuerlich bei vorherrschender Süße, und wird als sehr aromatisch beschrieben; in einer Zuckergehaltsuntersuchung in Gülzow stand die Sorte an der Spitze (Höhne 2012). Zur Saftigkeit gehen die Angaben auseinander – nach Meyer ist das Fleisch „etwas trocken“, andere Quellen nennen es saftig bzw. ausreichend saftig. Die Früchte welken früh und sollten deshalb nach Meyer bis zum neuen Jahr verbraucht werden. Verwendet wird die Sorte als Tafel- und Wirtschaftsapfel; am Obsthof am Steinberg wird sie als ausgesprochen zucker- und aromareiche Sorte für einen sortenreinen Apfelwein geprüft.

Die Frucht ist klein bis mittelgroß, kugelig, beidseitig abgeplattet und schwach kantig. Die Grundfarbe ist hellgelblich, die glänzende, flächige – nicht streifige – Deckfarbe kann rot bis zu drei Vierteln der Frucht überziehen; die großen, hellgrauen Lentizellen sind sehr auffällig und oft fühlbar, daneben kann netzartige Berostung auftreten. Stielgrube flach bis mitteltief, eng bis mittelweit, mit deutlichem, oft ringförmig-schuppigem Rostklecks; Stiel meist kurz (ca. 10 mm), auch knopfig. Kelchgrube flach und weit, meist mit schwacher ringförmiger Berostung; Kelch groß, offen bis halboffen. Wegen Färbung und Lentizellen ist die Sorte nach Meyer kaum mit anderen zu verwechseln. Sie entstand vermutlich um 1850 als Zufallssämling bei Bad Doberan in Mecklenburg; nach der Erstbeschreibung von C. Bonstedt (1898) stand der rund 100 Jahre alte Ursprungsbaum 1898 noch, verbreitet wurde sie durch den Baumschulbesitzer Finck in Bad Doberan, den Namen schlug Ökonomierat Späth in Berlin vor. Um 1900 kurz im Handel (u. a. Preisverzeichnis der Baumschule Böhlje, Westerstede 1908) und in Gartenbauzeitschriften gelobt, erscheint sie in keiner deutschen Pomologie – nur in Tschechien (Vanek 1945) wurde sie kurz beschrieben. Erhalten hat sie sich in Einzelbäumen vor allem in Norddeutschland; das Erhalternetzwerk stuft sie als vom Aussterben bedroht ein. Nach molekulargenetischen Untersuchungen wird sie dem weiteren Maschanzker-/Borsdorfer-Sortenkomplex zugerechnet. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer) und dem Steckbrief des Essbaren Naturparks, ergänzt durch Angaben des Obsthofs am Steinberg und des Bio-Gärtners (Daten nach M. Hammerschmidt).

Quellen: Doberaner Renette · Doberaner Renette - Apfelsortenlexikon, Obsthof am Steinberg · Borsdorfer Apfel – Wikipedia · Baumschulverzeichnis Böhlje, Westerstede 1908 (BUND Lemgo)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Eigenständige Sorte, nicht mit dem Edelborsdorfer zu verwechseln.

Weblinks