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Martinsbirne

Birne · Pyrus communis Archiv 644d7c4bpg ↗ Verlauf

Die Martinsbirne ist eine auffallend große, graufruchtige Wirtschaftsbirne aus Frankreich, die seit 1790 bekannt ist. Sie wächst hoch und kräftig und bildet sehr große, landschaftsprägende Bäume. Geringe Ansprüche an den Boden und Eignung für rauhe Lagen machen sie auch an Extremstandorten anbaubar. Geerntet wird von Anfang Oktober bis Anfang November; nach der Lagerung sind die Früchte von Anfang November bis Ende April genussreif und eignen sich wegen ihres geringen Wassergehalts zum Backen und Braten in der Pfanne.

Herkunft
Frankreich
Seit
1790
Wüchsigkeit
stark
Ernte
Anfang Oktober – Anfang November (10A-11A)
Blüte
mittelfrüh bis mittelspät
Genussreife
Anfang November – Ende April (11A-04E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst

#anspruchslos#starkwüchsig

Nicht verwechseln mit: Trockener Martin (Q3899624)

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
NpgBB3B Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck A16 2023 Karte
091 JNACRjm Streuobstplantage Gartenfeld C11 2024 Karte
098 DGO3Kqr Streuobstplantage Spechtsberg E03 2024 Karte

Weitere OSM-Bäume 0

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Martinsbirne (auch Trockener Martin, Martin Sec) ist eine alte französische Wirtschaftsbirne, die in Deutschland vor allem im Westen – im Saar-Mosel-Gebiet, im Rheinland, im Bergischen Land und am Mittelrhein – verbreitet war.

Der Baum wächst kräftig und hoch, bildet eine landschaftsprägende Krone und ist ausgesprochen robust und langlebig. Er gilt als kaum krankheitsanfällig und ist resistent gegen Schorf. Die Sorte stellt geringe Ansprüche an den Boden und gedeiht selbst auf weniger gehaltvollen Böden; sie ist auch für raue Lagen und Gebirgslagen über 350 m empfohlen. Die Blütezeit liegt mittelfrüh bis mittelspät, die Blüte gilt als relativ unempfindlich gegenüber Frösten. Die Erträge setzen regelmäßig ein und sind hoch. Die Martinsbirne ist eine typische Streuobstsorte und in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.

Es handelt sich um eine reine Verarbeitungsbirne – roh ist sie nahezu ungenießbar. Das Fruchtfleisch ist grünlich-weiß, sehr fest, hart, etwas griesig und von süßlichem Geschmack mit geringem Aroma. Der geringe Wassergehalt und die trockene Konsistenz machen sie besonders geeignet als Bratbirne. Sie lässt sich gut zu Kompott verarbeiten, einkochen, dörren, backen und zu Saft pressen. Die Pflück- bzw. Schüttelreife liegt zwischen Oktober und Anfang November (um den Martinstag, daher der Name). Bei sorgfältiger Lagerung sind die Früchte bis in den März hinein haltbar, im Naturlager wird eine Lagerfähigkeit von etwa fünf Monaten angegeben.

Die Frucht ist klein bis mittelgroß, meist birnenförmig, zum Stiel hin verjüngt und oft deutlich eingezogen, im Querschnitt kantig bis oval. Die Grundfarbe ist bei der Pflückreife trüb olivgrün oder graugrün und hellt später auf; große Teile der Frucht sind von einer feinen, zimtbraunen Berostung überzogen. Die Schale ist glatt bis fein rausamtig und trocken. Die Kelchgrube fehlt meist, der Stiel ist mittellang bis lang, mitteldick, zur Frucht hin etwas verdickt und meist gebogen. Die Sorte stammt ursprünglich aus Frankreich, wo sie bereits 1530 erwähnt wurde; in Deutschland ist sie seit dem späten 18. Jahrhundert nachweisbar. Nach H.-J. Bannier, dem Bergischen Streuobstwiesenverein und Wikipedia.

Quellen: Martinsbirne – Bergischer Streuobstwiesenverein · Martinsbirne – Biologische Stationen Rheinland (LVR)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#starkwüchsig #anspruchslos

Wohl nicht identisch mit Trockener Martin. Auch als Winter gute Christen Birne bekannt.

Was ist mit Winter gute Christen Birne?

In der Literatur

Gut zum kochen und braten. Sehr große Bäume. Regional sehr verbreitet

Ihren Ursprung hat die Martinsbirne in Frankreich, wo sie bereits im 16. Jahrhundert angebaut wurde. In Deutschland war die Sorte anscheinend vor allem im Westen im Saar-Mosel-Gebiet und im Rheinland verbreitet, hier vor allem im Bergischen Land, im Oberbergischen Kreis sowie am Mittelrhein. Die Sorte wurde bereits vor über 200 Jahren pomologisch beschrieben, damals unter dem Namen „Trockener Martin“. Der Name kommt von ihrem recht trockenen Fruchtfleisch, die Früchte wurden erst im November um den Martinstag geerntet.

Vor allem im Oberbergischen und im RheinischBergischen Kreis haben sich noch einige der mächtigen Altbäume der Martinsbirne gehalten, vermutlich auch darüber hinaus. Aktuell ist die Sorte wohl nicht mehr in regionalen Baumschulen erhältlich. Bei der Martinsbirne handelt es sich um eine reine Verarbeitungsbirne. Sie lässt sich u.a. zu einem köstlichen Kompott verarbeiten oder aber einkochen. Aufgrund des geringen Wassergehalts eignen sich die Früchte auch zum Braten in der Pfanne. Roh hingegen scheint sie nahezu ungenießbar zu sein.

Standort und Anfälligkeit – Geringe Ansprüche an den Boden. Auch in rauhen Lagen anbaubar. Die Bäume sind robust und langlebig. Resistent gegen Schorf. Wuchs – Hoher und kräftiger Wuchs, landschaftsprägend. Blüte – Relativ unempfindlich gegenüber Frösten. Ertrag und Reife – Hohe Erträge. Pflück- bzw. Schüttelreife: Oktober bis Anfang November. Bei sorgfältiger Lagerung bis zum März haltbar.

Die Martinsbirne ist eine auffallend große, graufruchtige Wirtschaftsbirne. Bis in die 1950er Jahre erfreute sich diese Sorte im Bergischen großer Beliebtheit. Auch heute ist sie noch gelegentlich anzutreffen. Gut zwei Dutzend dieser Bäume, die in ihrer Mächtigkeit und Würde an Eichen erinnern und älter als 100 Jahre werden können, kann man noch in einer Allee bei Wermelskirchen bewundern. Die Früchte sind frei von Schorf und wenig anfällig für Krankheiten. Den Namen trägt die Sorte wohl, da die Pflückreife erst im November um den Martinstag herum erfolgt. Sie ist trocken und roh fast ungenießbar, dafür aber sehr gut zu lagern. Bis in den März hält sie sich problemlos und schmeckt als Kompottbirne oder in der Pfanne gebraten unübertroffen gut. Auch wenn viele Konsumenten ihre Essgewohnheiten geändert haben sollten, sind trockene Birnen in der Spitzengastronomie für Beilagen und Desserts heute noch eine gängige Zutat. (kStA)

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein